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Bettenvermietung an Urlauber und Monteure
Monteurzimmer und Ferienwohnung vermieten: Was Vermieter beachten müssen!

Die private oder gewerbliche Überlassung von Zimmern gegen Entgeltzahlung unterliegt gesetzlichen Vorgaben. Privatleute haben dabei weniger Vorschriften zu beachten als Personen, die die Vermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen gewerbsmäßig betreiben. Privatpersonen stellen entweder die eigene Eigentumswohnung oder eine Mietwohnung dafür zur Verfügung. In beiden Fällen müssen sie jedoch zuvor überprüfen, ob dies rechtlich erlaubt ist. Bei Eigentumswohnungen dürfen weder der Kaufvertrag noch Eigentümerversammlungsbeschlüsse ein diesbezügliches Verbot enthalten.

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Bettenvermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen

Ist es dennoch vorhanden, erhält der private Vermieter Unterstützung durch die aktuelle Rechtsprechung. Vermieter, die selbst Mieter sind, sollten unbedingt zuvor die Genehmigung des Hauseigentümers einholen und sich diese schriftlich bestätigen lassen. Außerdem müssen sie der zuständigen Behörde die Nutzungsänderung per Antrag mitteilen.

In manchen Gemeinden ist es angebracht, sich beim örtlichen Bauamt erkundigen, ob in dem jeweiligen Gebiet überhaupt eine kleingewerbliche Nutzung erlaubt ist. Private Vermietungen an Monteure und Feriengäste erfolgen durch den Abschluss eines befristeten Mietvertrages.

Die gewerbsmäßige Überlassung wird im Regelfall als Beherbergungsvertrag betrachtet. Ein Gewerbe liegt stets vor, wenn der Anbieter noch gastronomische Services offeriert. Auch der Zustand der vermieteten Unterkunft unterliegt bestimmten gesetzlichen Anforderungen an Mindestgröße, Hygiene, Brandschutz und Verkehrssicherung. Vermieter von Monteurzimmern sind außerdem unter bestimmten Umständen schadensersatzpflichtig und unterliegen den Bestimmungen des Steuerrechts.

Wer darf Monteurzimmer vermieten?

Die Vermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen ist für immer mehr Menschen ein lukrativer Nebenverdienst. Die Anbieter der möblierten Unterkünfte sind Privatleute und Gewerbetreibende. Letztere stellen den Berufsreisenden oder Urlaubern die benötigten Räumlichkeiten oft als Hoteliers zur Verfügung. Mit dem Vermieten von Monteurzimmern sorgen sie dafür, dass ihre Zimmer auch außerhalb der Feriensaison belegt sind.

Bettenvermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen Menschen Gruppe

Private Vermieter stellen ihre eigene Mietwohnung oder ihr Wohneigentum (Eigentumswohnung, Haus) dafür bereit. So erzielen sie (zusätzliche) Einkünfte. Wer jedoch denkt, dass es mit dem Einrichten des Zimmers und der Schlüsselübergabe an den zahlenden Gast getan ist, irrt gewaltig.

Rechtliches zur Monteurzimmer-Überlassung

Hat der Vermieter in einem Wohnhaus eine Eigentumswohnung, darf er diese Handwerkern und Feriengästen befristet zur Verfügung stellen, falls es in der Teilungserklärung keine abweichende Regelung gibt und die Eigentümergemeinschaft auch keine solche beschlossen hat (BGH-Urteil vom 15.1.2010, Az. V ZR 72/09). Auch das Amtsgericht Düsseldorf (Az. 291a C 8319/12) sieht das Verbot der Nutzung von Wohneigentum durch Gäste als unzulässig an.

Allerdings dürfen die anderen Eigentümer durch die wechselnden Mieter nicht stärker beeinträchtigt werden als es durch eine Nutzung durch den Eigentümer der Fall wäre. Sind die anderen in dem Haus befindlichen Wohnungen lediglich Mietobjekte, ist der Vermieter verpflichtet, sich zuvor die Genehmigung des Hauseigentümers zu holen. Dasselbe gilt, wenn er selbst nur Mieter der Wohnung ist. Erhält er diese, sollte er sie sich jedoch unbedingt vom Hauseigentümer unterschreiben lassen.

Bettenvermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen Paragraph Gesetz

Da er die Wohnung dann nicht mehr selbst nutzt, muss er einen ausgefüllten und unterschriebenen Nutzungsänderungsantrag bei der Behörde abgeben. Für das Vermieten von Ferienunterkünften lässt er sich am besten eine schriftliche Genehmigung von der Kommunalverwaltung geben. Bietet der Vermietende noch zusätzlich einen gastronomischen Service (Frühstück, Halbpension) an, gilt er als Gewerbetreibender und unterliegt dem Gewerberecht.

Er darf dann im Unterschied zu einem privaten Vermieter seinem Logiergast keinen schriftlichen Mietvertrag aushändigen, sondern übt seine Tätigkeit auf der Basis eines Beherbergungsvertrages aus. Hinzu kommt noch eine umfangreiche Haftung. Der Monteur kann beispielsweise Schadensersatz fordern, falls man ihm das gebuchte Zimmer nicht zum vereinbarten Zeitpunkt überlässt. Außerdem hat er in bestimmten Fällen ein Recht auf Mietpreis-Minderung.

Der private oder gewerbliche Vermieter ist verpflichtet, für jeden Mieter einen polizeilichen Meldeschein auszufüllen. Dies gilt sogar für einmalige Übernachtungen. Außerdem hat er eine Informationspflicht gegenüber seinem Gast: Er muss diesem vor dem Einzug ein Exemplar seiner AGB aushändigen.

Zustand von Monteurzimmer und Ferienwohnung

Die Mindestgröße für Monteurzimmer und an Touristen vermietete Einzelzimmer beträgt 8 qm. Ferienwohnungen mit Doppelbett oder zwei Betten müssen wenigstens 12 qm groß sein. Monteurzimmer und Ferienwohnungen sollten über eine Grundausstattung an Möbeln verfügen, sodass der Reisende den gewünschten Komfort erhält. Da die zeitweise Überlassung von Wohnraum erfahrungsgemäß Gebrauchsspuren am Mobiliar hinterlässt, ist es sinnvoll, den Gast eine Inventarliste unterzeichnen zu lassen.

In dieser sind sämtliche in der Unterkunft vorhandene Möbel, technische Geräte und zum Hausrat gehörende Gegenstände mit Bemerkungen zu ihrem Zustand aufgelistet. Bei Geräten gibt man noch zusätzlich Hersteller, Modell und Geräte-Nummer an. Beschädigt der Mieter etwas, muss er es auf seine Kosten ersetzen (Abzug von der geleisteten Mietkaution oder anderweitiger Ersatz). Außerdem sind die üblichen Hygiene-Vorschriften zu beachten.

Zu den Pflichten des Vermieters gehört außerdem das Einhalten der Brandschutzvorschriften und die Verkehrssicherungspflicht. Baufällige Möbel und rutschige Bodenbeläge sind umgehend zu entfernen, um hohe Schadensersatz- und Schmerzensgeld-Forderungen zu vermeiden.

Kann die Vermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen verboten werden?

In bestimmten Fällen darf der Hauseigentümer die Nutzung der Wohnung als Gäste-Unterkunft verbieten, etwa wenn die Logiergäste die anderen Mietparteien im Haus übermäßig beeinträchtigen. Das ist dann der Fall, wenn sie häufig laut sind oder Schäden und Verunreinigungen im Hausflur verursachen. Das ständige Kommen und Gehen neuer Mieter ist jedoch kein Verbotsgrund. Um keinen Ärger zu riskieren, ist es ratsam, den Gästen beim Eintreffen die Hausordnung auszuhändigen.

Bettenvermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen Verbot

Ist die Nutzung durch Dritte im Mietvertrag explizit ausgeschlossen und richtet er trotzdem ein Monteurzimmer ein, droht dem Mieter die fristlose Kündigung. In manchen Fällen sprechen auch staatliche Institutionen ein Verbot aus: Seit 2014 gilt in der Bundeshauptstadt das Zweckentfremdungsverbot. Das bedeutet, dass Wohnungen nur dann an Touristen vermietet werden dürfen, wenn der Vermieter eine Ausnahmegenehmigung hat. Das Vermieten von Ferienwohnungen in gemischt genutzten Gebieten ist grundsätzlich erlaubt, es sei denn, der Bebauungsplan sieht eine anderweitige Verwendung vor. In reinen Wohngebieten lassen manchen Kommunen es ausnahmsweise zu.

Wann erfolgt die Bezahlung des Monteurzimmers?

Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern haben das Recht, von ihrem Gast eine Anzahlung zu fordern. Diese liegt üblicherweise bei 30 % der Gesamtmiete bei kürzeren Aufenthalten und ansonsten bei 30 Prozent des monatlichen Mietpreises. Außerdem dürfen sie den restlichen Mietpreis innerhalb von zwei Wochen vor dem Eintreffen des Mieters verlangen. Bezahlt der Mieter den vereinbarten Mietpreis nicht, hat der Vermieter das Recht, den Mietvertrag fristlos zu kündigen. Erfolgte die Reservierung inklusive Service, liegt ein Beherbergungsvertrag vor. Bezahlt der Gast dann seine Zimmerrechnung nicht, kann der Anbieter entsprechend seinen AGB Stornogebühren oder den um die ersparten Kosten geminderten Buchungspreis verlangen.

Wie bewirbt man Monteurzimmer und Ferienwohnungen?

Wer die Vermietung an Gäste nur privat betreibt, sollte die Bewerbung des Mietobjekts unter keinen Umständen professionellen Vermittlern überlassen. Hat er eine Webseite, muss er dort nicht nur seine persönlichen Daten angeben, sondern außerdem die Mietpreise entsprechend der Preisangabenverordnung aufführen: Damit die Mietpreise vergleichbar sind, müssen sie als Endpreise angegeben sein.

Zusätzlich buchbare Leistungen (eigener Festnetzanschluss, WLAN) müssen separat aufgeführt werden. Gewerbliche Vermieter von Monteurzimmern stellen ihre Angebote meist auf online Monteurzimmer-Portalen ein. Natürlich unterliegen auch sie der Impressumspflicht und Preisangabenverordnung. Um sich Ärger zu ersparen, sollte die Unterkunft stets wahrheitsgemäß beschrieben werden.

Steuerrechtliche Aspekte der Vermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen

Vermieter, die mit der bezahlten Überlassung von Wohnraum Einkünfte erzielen, müssen diese natürlich versteuern. Einzige Ausnahme: eine private Vermietung, bei der die Freibetragsgrenze nicht überschritten wurde, beispielsweise, weil die Unterkunft nur kurzzeitig vermietet wurde. Dennoch müssen auch diese Einkünfte in der jährlichen Einkommenssteuererklärung (Formular V) aufgeführt werden.

Anbieter, die neu in der Vermietungsbranche sind, lassen sich am besten von ihrem Steuerberater aufklären. Wer mit der zeitweiligen Vermietung seiner Eigentumswohnung Einkommen erzielt, tut dies im Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung, es sei denn, er erwirtschaftet Gewinne über dem Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 Euro. Liegt sein Einkommen aus Vermietung und Verpachtung über dieser Grenze, muss er die Vermietung beim Gewerbeamt als Gewerbe anmelden. Dann ist das Entrichten der Gewerbesteuer obligatorisch.

Bettenvermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen Finanzamt Steuern

Möchte der Vermieter jedoch nicht gewerblich tätig sein, sollte er auf keinen Fall die Dienste professioneller Monteurzimmer- oder Ferienwohnungsvermittler in Anspruch nehmen, auch wenn er seine Unterkunft damit schneller belegen kann. Er schreibt den Mietvertrag (notfalls mit der Hilfe eines Fachanwalts) selbst, lässt ihn sich vom Gast unterschreiben und übergibt die Schlüssel persönlich an seinen Logiergast.

Mit seiner privaten bezahlten Überlassung an Gäste entspricht er übrigens auch den Vorgaben der im Wohnungskaufvertrag enthaltenen Teilungserklärung. Wer als Vermieter eines Monteurzimmers außer der Übernachtungsmöglichkeit noch einen Frühstücksservice anbietet, benötigt auf jeden Fall dafür eine Gewerbe-Anmeldung und muss Gewerbesteuer an die zuständige Finanzbehörde abführen. Die beim Gewerbeamt abgegebene Gewerbesteuer-Anmeldung wird dann noch an die Handelskammer des jeweiligen Kammerbezirks und das zuständige Finanzamt weitergeleitet. Diese nehmen danach Kontakt zum Anbieter der Unterkunft mit Service auf.

Erzielt dieser mit seiner Tätigkeit Umsätze von mehr als 17.500 Euro pro Jahr, ist er außerdem noch umsatzsteuerpflichtig. Einkünfte, die unter diesem Betrag liegen, fallen unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Ansonsten unterliegen seine Einnahmen natürlich der Einkommenssteuerpflicht, sofern sie einen bestimmten Freibetrag überschreiten.

Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

4,7 Sterne Bewertung

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