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Bildschirmarbeitsverordnung:
Schutz für Angestellte am PC


Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC

Die Bildschirmarbeitsverordnung – kurz BildscharbV – wurde Ende 2016 in die Arbeitsstättenverordnung integriert und dient dem gesundheitlichen Schutz der Arbeitnehmer, die berufsbedingt an einem Monitor sitzen müssen. Die Arbeit an Notebook und Tablet ist von den Regelungen ausgenommen, es sei denn, sie müssen zwingend zur Ausübung der Tätigkeit verwendet werden.

Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung

Das Arbeitsschutzgesetz sieht vor, dass Arbeitsplätze so gestaltet sein müssen, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird bzw. dass Gefährdungen so weit wie möglich reduziert werden. Hier greift auch die Bildschirmarbeitsverordnung ein und sieht Gestaltungsvorschriften und –richtlinien für die Arbeit am PC bzw. am Bildschirm vor.

Die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten“ ist bereits seit 1996 existent und regelt verschiedene Standards, die dazu geeignet sind, die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen. Die Richtlinien befassen sich mit den Punkten, die die Bildschirmgeräte selbst einhalten müssen, aber auch mit den Anforderungen, die Arbeitsplatz und Tätigkeit selbst erfüllen sollen.

Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC Monitor Bildschirm Schreibtisch

Kurz gefasst: Die Bildschirmarbeitsverordnung soll dazu beitragen, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer erhalten bleibt, was letzten Endes natürlich auch dem Unternehmen zugutekommt. Geschützt werden Arbeitnehmer, die ausschließlich an Monitoren tätig sind, wobei ihnen ein besonderer Schutz zukommt. Der Arbeitgeber muss gemäß der BildscharbV dafür Sorge tragen, dass die eingesetzten Geräte vorgegebenen Standards genügen. Außerdem sieht die Verordnung vor, dass regelmäßige Unterbrechungen der Bildschirmarbeit eingehalten werden. Möglich sind solche Unterbrechungen durch Pausen oder auch durch anderweitige Tätigkeiten, die nicht am Bildschirm stattfinden.

Wo wird die Bildschirmarbeitsverordnung angewendet?

Die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) gilt für alle Unternehmen, in denen die Mitarbeiter an einem Bildschirmgerät arbeiten. Wichtig ist hier immer der Zusatz „dauerhaft“, denn es wird durch die Richtlinien stets auf eine dauerhafte Tätigkeit Bezug genommen. Wer nur selten am Bildschirm arbeitet, braucht keinen derart umfassenden Gesundheitsschutz wie ein Angestellter, der die meiste Zeit des Tages vor dem Monitor verbringt.

Als Bildschirmgerät wird laut BildscharbV ein Bildschirm bezeichnet, der alphanumerische Zeichen und Grafiken darstellen kann. In welcher Form die Darstellung erfolgt, ist dabei nicht relevant.

Ein Bildschirmarbeitsplatz besteht nicht nur aus dem Monitor, sondern auch aus den zusätzlichen Geräten, die zur direkten Arbeitsumgebung gehören. Auch die eingesetzte Software wird laut § 2 der Bildschirmarbeitsverordnung hinzugerechnet.

Allerdings gibt es einige Ausnahmen:

  • Die Verordnung findet keine Geltung bei Bedienerplätzen von Maschinen und bei Fahrerplätzen von Autos oder Lkw sowie anderen Fahrzeugen, die über ein Bildschirmgerät verfügen. Das Navi im Auto zählt also nicht als Bildschirmarbeitsplatz!
  • Bildschirmgeräte, die sich in Verkehrsmitteln befinden, zählen ebenfalls nicht in die BildscharbV hinein.
  • Werden Datenverarbeitungsanlagen überwiegend durch die Öffentlichkeit genutzt, fallen sie nicht in den Bereich der Bildschirmarbeitsplätze.
  • Ebenso zählen Bildschirmgeräte nicht in die Verordnung, sofern sie einen ortsunabhängigen Gebrauch ermöglichen. Daraus ergibt sich, dass ein Notebook kein Bildschirmgerät darstellt, es sei denn, es kommt regelmäßig an einem Ort eingesetzt oder ist Voraussetzung dafür, dass eine Tätigkeit überhaupt ausgeführt werden kann.
  • Schreibmaschinen mit kleinem Display gehören nicht zu den Bildschirmgeräten.
  • Registrierkassen, Rechenmaschinen und Messgeräte mit Datenanzeige fallen nicht in die BildscharbV hinein.
  • Bildschirme für die Videoüberwachung werden nicht in der Bildschirmarbeitsverordnung berücksichtigt.

Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC Bildschirmgeräte

Die genannten Ausnahmen gelten immer, unabhängig von der Dauer ihrer Nutzung. Die einzige Ausnahme von der Ausnahme stellen die genannten Notebooks dar, die unter bestimmten Bedingungen als Bildschirmarbeitsgeräte anerkannt werden können und dann unter die BildscharbV fallen.

Verpflichtungen des Arbeitgebers laut Bildschirmarbeitsverordnung

Die Bildschirmarbeitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber dazu, die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu beurteilen bzw. bewerten zu lassen. Welche Vorgaben dabei einzuhalten sind, regelt das Arbeitsschutzgesetz im § 5. § 3 BildscharbV klärt die Pflichten des Arbeitgebers, zu denen unter anderem gehört, die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf mögliche körperliche Probleme, auf die psychische Belastung sowie auf das Sehvermögen hin zu überprüfen.

Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC Arbeitsplatz Schutz Arbeitgeber

Der Arbeitgeber muss den Arbeitsschutz des Angestellten sicherstellen und daher alle Bedingungen am Arbeitsplatz hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren und vorhandener Sicherheiten überprüfen.

Geprüft werden müssen unter anderem:

  • Tastatur und Bildschirm
    Die Tastatur muss eine reflexionsarme Oberfläche haben, die Hände müssen auf der Arbeitsfläche vor der Tastatur abgelegt werden können. Die Beschriftung der Tasten soll gut erkennbar sein, eine Beleuchtung der Tastatur ist aber nicht vorgeschrieben. Der Bildschirm darf nicht flimmern und die Zeichen, die darauf dargestellt werden, sollen gut erkennbar sein.
  • Weitere Arbeitsmittel
    Die Bildschirmarbeitsverordnung sieht die Verwendung eines ergonomischen Bürostuhls vor, der standsicher sein muss. Er braucht eine ausreichende Fläche, der darauf Sitzende soll zudem eine Fußstütze bekommen, wenn er diese wünscht oder benötigt. Die Arbeitsfläche – der Schreibtisch – muss groß genug sein und darf keine Reflexionen zulassen.
  • Umgebung des Arbeitsplatzes
    Die Umgebung, in der der Mitarbeiter seiner Tätigkeit nachkommt, muss genügend groß sein und soll auch andere Haltungen zulassen. Die Beleuchtung darf nicht blenden, auch die Themen Lärmvermeidung und Raumklima stehen auf der Liste der Dinge, die der Arbeitgeber bewerten muss.
  • Zusammenarbeit von Mensch und Arbeitsmittel
    Der Arbeitnehmer muss die Chance haben, mit seinen Arbeitsmittel die von ihm geforderte Tätigkeit zu erbringen. Das heißt bei einem Bildschirmarbeitsplatz, dass eine benutzerfreundliche Software zur Verfügung stehen muss, die je nach Erfahrung und Vorkenntnis des Bedienenden angepasst werden kann. Die Software darf nicht von außen kontrolliert werden können, was in den Bereich des Tabuthemas „Mitarbeiterüberwachung“ fällt.

Der Arbeitgeber hat für die Gesundheit der Angestellten Sorge zu tragen, was sich auch durch regelmäßige Untersuchungsangebote darstellt. Gerade Untersuchungen der Augen gehören zum jährlichen Pflichtprogramm – der Arbeitgeber muss seinen Angestellten für die Untersuchung beim Betriebsarzt freistellen.

Ist der Mitarbeiter unter 40 Jahre alt, muss er alle fünf Jahre zum Sehtest, ab einem Alter von 40 Jahren alle drei Jahre.

Dabei gibt es feste Fristen für die Augenkontrolle: Ist der Mitarbeiter unter 40 Jahre alt, muss er alle fünf Jahre zum Sehtest, ab einem Alter von 40 Jahren alle drei Jahre. Treten bei den Angestellten Probleme mit den Augen auf, die auf die Nutzung des Bildschirmgerätes zurückzuführen sind, so müssen die entsprechenden Untersuchungen angeboten werden. Sofern sich ein Sehfehler zeigt, der mit einer Sehhilfe korrigiert werden kann und diese ist nicht ausreichend, um die geforderte Tätigkeit auszuführen, so steht dem Angestellten kostenlos eine neue Brille in der entsprechenden Sehschärfe zu.

Organisation des Arbeitsalltags

Die Bildschirmarbeitsverordnung greift weit und gibt auch Richtlinien zum täglichen Arbeitsablauf vor. Darin heißt es, dass der Arbeitgeber die Arbeit so zu organisieren hat, dass der am Bildschirm Tätige regelmäßig die Gelegenheit erhält, eine Pause zu machen. Die Verordnung sieht allerdings davon ab, die Pausen genau zu definieren.

Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC Büro Organisation

Ob sogenannte Mischarbeit (Wechsel zwischen Bildschirmarbeiten und anderen Tätigkeiten) oder komplette Pausen einzuhalten sind, ist Sache des einzelnen Arbeitgebers. Die Pausen, die in der Bildschirmarbeitsverordnung vorgeschrieben sind, sollen zwischen fünf und zehn Minuten dauern und mindestens einmal pro Stunde stattfinden. Empfohlen werden eher mehrere kurze statt wenige lange Pausen, denn es werden bei der Bildschirmarbeit nicht nur die Augen über die Maßen belastet, sondern der gesamte Körper verharrt in einer steifen Stellung, die Muskulatur und Wirbelsäule arg zusetzt.

Änderungen ab 2016

Die Verordnung zur Änderung der Arbeitsschutzverordnung wurde am 2. Dezember 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Änderungen sind direkt in Kraft getreten und beinhalten auch Aussagen zur Bildschirmarbeitsverordnung. Diese ist in die Arbeitsstättenverordnung übernommen worden, wobei vor allem Regelungen zu den Telearbeitsplätzen sowie zu mobilen Arbeitsmitteln ergänzt worden sind.

Bildschirmarbeitsverordnung: Schutz für Angestellte am PC Das hat sich geändert

Die wichtigsten Änderungen betreffen:

  • Telearbeitsplätze
    Diese Arbeitsplätze wurden durch den Arbeitgeber eingerichtet und finden sich im privaten Bereich der Beschäftigten. Der Arbeitgeber handelt mit seinem Mitarbeiter eine feste wöchentliche Arbeitszeit aus, die am Telearbeitsplatz verbracht werden darf. Wichtig: Dieser gilt erst dann als eingerichtet, wenn er arbeitsvertraglich festgehalten ist oder wenn eine zusätzliche Vereinbarung aufgesetzt wurde. Der Arbeitgeber muss die Ausstattung des Telearbeitsplatzes stellen und installieren lassen bzw. eine Person beauftragen, die diese Tätigkeiten vornimmt.
  • Tragbare Bildschirmgeräte
    Notebooks sind nicht von der alten Bildschirmarbeitsverordnung erfasst worden und gelten auch in der neuen Arbeitsstättenverordnung nicht als Arbeitsmittel für die ortsfeste Verwendung. Sie dürfen nur an Arbeitsplätzen verwendet werden, an denen der Einsatz der Geräte nur kurzzeitig vorgesehen ist oder wo wegen der zu erledigenden Tätigkeiten keine Bildschirmgeräte angeschlossen werden können.
  • Sicht nach außen
    Bildschirmarbeitsplätze sollen möglichst Tageslicht erhalten, außerdem sollen sie eine Sichtverbindung nach außen haben. Mitarbeiter dürfen also nicht mehr in jedem kleinen Raum „weggesperrt“ werden. Das gilt allerdings nicht für Räume, die betriebs- oder produktionstechnisch solche Bedingungen nicht erfüllen können oder in denen es bautechnisch keine andere Möglichkeit gibt. Auch dann, wenn der Mitarbeiter nicht dazu gezwungen ist, längere Zeit in dem Raum zu bleiben, darf er fenster- und verbindungslos nach außen sein. Räume innerhalb von Kaufhäusern, Einkaufszentren, unter der Erde oder mit einer Grundfläche von über 2.000 m² dürfen ebenfalls auf Tageslicht und Sicht nach außen verzichten, wenn hier auf ein Oberlicht gesetzt wird.

Pausen und Bereitschaftsräume müssen nach der neuen Verordnung mit ausreichend Tageslicht versehen sein und sollen eine Sichtverbindung nach außen aufweisen. Auch Kantinen sollen zum Wohle der Arbeitnehmer die Sicht nach außen zulassen. Räume, die bis zum 3. Dezember 2016 errichtet oder eingerichtet worden sind, können auch ohne Sichtverbindung nach außen weiter genutzt werden. Das gilt so lange, bis eine Sanierung oder Umbaumaßnahme stattfindet.


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zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

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