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Biostoffverordnung:
Gesundheit kontra biologische Gefahren


Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren

Biostoffe sind Zellkulturen, Endoparasiten und Mikroorganismen verschiedener Art. Diese können die Gesundheit schädigen und werden in vier Risikogruppen eingeteilt. Wirklich gefährlich sind die Gruppen 3 und 4, sie können schwere Erkrankungen auslösen. Arbeitgeber müssen laut Biostoffverordnung entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen, die Erkrankungen verhindern können sowie eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen lassen.

Was sind Biostoffe?

Die Biostoffverordnung sieht Biostoffe als „Mikroorganismen sowie Zellkulturen und Endoparasiten“. Unserer modernen Zeit ist es zu verdanken, dass nun auch die genetisch veränderten Formen und Kulturen mit zu den Biostoffen zählen. Auch verschiedene Erreger werden hier eingerechnet, unter anderem zählt der Erreger der BSE und anderer Hirnerkrankungen dazu. Biostoffen ist gemein, dass sie die Gesundheit schädigen können, was in Form von Infektionen, Toxinbildungen und Übertragung von Krankheiten möglich ist.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Parasiten Stechmücke

Die Biostoffverordnung setzt aber auch Ektoparasiten auf die Liste, wobei diese zuerst Schäden außerhalb des Körpers anrichten können. Hierzu zählen unter anderem Stechmücken oder Zecken.

Des Weiteren müssen künstliche biologische Systeme zu den Biostoffen gerechnet werden. Diese können für den Menschen durchaus sehr gefährlich sein und werden mithilfe modernster Biotechnik künstlich hergestellt.

Zu den Mikroorganismen, die die Biostoffverordnung einschließt, zählen Viren, Bakterien und Pilze, die sich weiter fortpflanzen können, die aber so klein sind, dass sie mikroskopisch und submikroskopisch nicht dargestellt werden können.

Die Biostoffverordnung sieht bestimmte Tätigkeiten vor, die fest definiert sind, damit sie in der Verordnung überhaupt zu erfassen sind: Zum einen werden biologische Arbeitsstoffe hergestellt und isoliert, verbraucht oder gemischt. Das wird als direkter Kontakt bezeichnet. Der indirekte Kontakt sieht die Arbeit mit Pflanzen, Tieren oder Menschen sowie Gegenständen vor, die Biostoffe entstehen lassen können.

Wann gilt die Biostoffverordnung?

Die Biostoffverordnung gilt für alle Tätigkeiten mit Biostoffen und regelt die verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten. Außerdem werden durch die Biostoffverordnung andere Menschen geschützt, sofern diese etwas mit den Biostoffen zu tun haben. Die Verordnung schließt die Tätigkeiten ein, die unter das Gentechnikgesetz fallen, sofern im Einzelfall keine weiteren und strengeren Regelungen darüber bestehen.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Gentechnik

Neben den oben bereits erwähnten Biostoffen gibt es laut Biostoffverordnung auch die „Biostoffe der Risikogruppe 3“, die ein sehr geringes Infektionsrisiko für die Angestellten bedeuten. Sie sind im Einzelnen in der Richtlinie 2000/54/EG des Europäischen Parlaments erfasst.

Die Biostoffverordnung gilt für alle Tätigkeiten, bei denen Biostoffe verwendet werden. Vor allem zählen das Isolieren, Herstellen und Vermehren sowie das Verbrauchen, Mischen und Abtrennen zu den gefährdeten Tätigkeiten. Des Weiteren können Biostoffe ab- und umgefüllt, gelagert und entsorgt werden. Teilweise müssen sie in ihrer Wirkung unschädlich gemacht werden, was als Inaktivieren bezeichnet wird.

Gezielte Tätigkeiten, die unter die Biostoffverordnung fallen, sind Tätigkeiten, die auf den Einsatz von einem oder mehreren Biostoffen abzielen. Außerdem muss für eine gezielte Tätigkeit bekannt sein, um welchen Biostoff es sich handelt.

Die Biostoffverordnung gilt übrigens nicht nur für Angestellte in Unternehmen oder im öffentlichen Dienst und in Forschungseinrichtungen. Auch Schüler und Studenten zählen mit dazu, des Weiteren die Angehörigen der Gesundheitsdienste sowie in Heimarbeit Beschäftigte.

Fachkundiger Umgang mit Biostoffen

Dass mit den teils sehr gefährlichen Biostoffen nicht jeder umgehen kann, dürfte sich von selbst verstehen. Dennoch sieht die Biostoffverordnung eine Definition der fachkundigen Personen vor, die über die Biostoffverordnung erfasst werden.

Als fachkundig gilt, wer zur Ausübung der jeweiligen Aufgaben fachlich geeignet ist. Diese etwas schwammige Aussage wird durch die Biostoffverordnung weiter ausgeführt, indem von erforderlichen Kenntnissen für das betreffende Aufgabengebiet gesprochen wird. Diese Kenntnisse wiederum können aus der Berufsausbildung oder einer zeitnahen und einschlägigen beruflichen Tätigkeit stammen und müssen entsprechend nachweisbar sein. Zusätzlich kann der Arbeitgeber fordern, dass der Angestellte an entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen teilnimmt.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Fachkundiger Umgang

Biostoffe müssen laut Biostoffverordnung nach dem aktuellen Stand der Technik behandelt werden, wobei es um fortschrittliche Verfahren, Betriebsweisen und Einrichtungen geht, mit denen Biostoffe auf der einen Seite praktisch gehandhabt werden können, auf der anderen Seit aber Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten sichergestellt sind. Eingeführt wurden verschiedene Schutzstufen, die sich an der Risikogruppe des einzelnen Biostoffs orientieren und die als Maßstab für den Grad der Infektionsgefährdung dienen.

Insgesamt gibt es vier Risikogruppen:

  • Gruppe 1
    Hier sind Stoffe erfasst, die zwar theoretisch eine Erkrankung beim Menschen auslösen können, dies ist aber sehr unwahrscheinlich.
  • Gruppe 2
    Diese Biostoffe können eine Erkrankung bei Personen, die damit in Kontakt kommen, auslösen. Eine Ausweitung der Erkrankung zur Epidemie ist unwahrscheinlich. Die gezielte Prävention ist möglich, auch eine Behandlung bei vorliegender Erkrankung kann vorgenommen werden.
  • Gruppe 3
    Die Beschäftigen, die mit den Biostoffen dieser Risikogruppe Kontakt haben, können schwer erkranken. Die Gefahr für die Bevölkerung ist ebenfalls gegeben, eine gezielte Vorbeugung ist jedoch möglich.
  • Gruppe 4
    Schwere Krankheiten drohen sowohl Beschäftigten als auch der Bevölkerung, wenn sie mit diesen Biostoffen in Kontakt kommt. Behandlung und Vorbeugung sind nicht möglich!

Jeder betroffene Erreger in der Risikogruppe 3 ist entsprechend der Biostoffverordnung gesondert zu kennzeichnen, eine Übertragung der Erreger durch die Luft ist aber unwahrscheinlich.

Die Eingruppierung in diese Risikogruppen erfolgte durch eine Vereinbarung des Europäischen Parlaments, auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kann derartige Einstufungen vornehmen.

Welche Pflichten muss der Arbeitgeber erfüllen?

Der Arbeitgeber muss nach der Biostoffverordnung eine Reihe von Pflichten erfüllen, damit die Gesundheit der Mitarbeiter gewährleistet wird. Dazu zählen die Arbeitsorganisation, die Gestaltung der Arbeitsplätze sowie die eingesetzten Arbeitsverfahren, die sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer berücksichtigen müssen.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Verantwortung Aufklärung Pflichten Arbeitgeber

Zuerst einmal steht die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung an, die in § 8 der Biostoffverordnung vorgegeben ist. Ist diese Beurteilung noch nicht durchgeführt worden oder noch nicht abgeschlossen, dürfen die Tätigkeiten im Unternehmen, bei denen mit Biostoffen gearbeitet wird, nicht aufgenommen werden.

Folgende Schritte sind durch den Arbeitgeber einzuhalten:

  • Klärung der Frage, ob gefährliche Biostoffe durch ungefährliche oder minder gefährliche Stoffe ersetzt werden können
  • Können die gefährlichen Biostoffe nicht ersetzt werden, müssen die Arbeitsplätze und –mittel sowie die eingesetzten Verfahren so gestaltet sein, dass sie den für sie bestimmten Bereich nicht verlassen können. Schließregelungen und luftdichte Raumverbindungen sind derartige Möglichkeiten.
  • Sollte es zur Freisetzung von Biostoffen kommen, müssen vorab feste Maßnahmen definiert sein, um Beschäftigte und Bevölkerung zu schützen. Das betrifft vor allem die Erstellung von Notfall- und Verhaltensplänen, die Schaffung von baulichen und technischen Vorrichtungen sowie die Integration luftdichter Notausgänge.
  • Auswahl geeigneter Schutzausrüstung, sollten die ersten Schritte im Ernstfall nicht ausreichend sein

Schutzmaßnahmen laut Biostoffverordnung

Die Biostoffverordnung sieht verschiedene Schutzmaßnahmen vor, die nach der Gefährdungsbeurteilung und deren Niederschrift eingehalten werden müssen. Zum einen besteht eine Dokumentationspflicht für die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung. Danach müssen die entsprechenden Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wobei diese auf die oben genannten Gefahrengruppen zugeschnitten sein müssen.

Außerdem werden Schutzstufen eingerichtet, die sich nach der Infektionsgefahr der einzelnen Arbeitsplätze richten. Solche Schutzstufen sind unter anderem in der Haltung von Versuchstieren, in Laboren und in der Biotechnologie vorgeschrieben. Wichtig: Immer der Biostoff ist für die Festlegung der Schutzstufe relevant, der die größte Gefahr in diesem Unternehmen darstellt.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Biotechnologie

Die Biostoffverordnung sieht vor, dass die Räume, in denen mit den einzelnen Biostoffen hantiert wird, entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Sie dürfen nur durch das Personal betreten werden, welches vorab dazu berechtigt wurde.

Gesonderte Schutzmaßnahmen sind für den Umgang mit Biostoffen der Risikogruppen 2, 3 und 4 einzuhalten:

  • Das Risiko für Schnitt- und Stichverletzungen muss durch die Verwendung und Anpassung der vorhandenen Arbeitsmittel so weit wie möglich gesenkt werden.
  • Reinigungsverfahren sind zu optimieren, sodass Staub und Aerosole so wenig wie möglich gebildet werden.
  • Die Zahl der Mitarbeiter, die Zugang zu Biostoffen haben, muss so weit wie möglich begrenzt werden.
  • Maßnahmen zur Prävention (Desinfektion, Dekontaminierung und Inaktivierung) müssen erfolgen.
  • Vorhandene Schutzkleidung muss regelmäßig gereinigt werden und gehört an einen separaten Aufbewahrungsort.
  • Beim Umgang mit Biostoffen dürfen keine Nahrungs- und Genussmittel eingenommen werden. Diese ist nur in speziell dafür vorgesehenen Bereichen möglich.

Erlaubnispflicht nach Biostoffverordnung

Unternehmensleitern wird durch § 15 der Biostoffverordnung vorgeschrieben, dass sie für Tätigkeiten in der Versuchstierhaltung, für das Betreiben von Laboren und Arbeiten in der Biotechnologie eine entsprechende Erlaubnis durch die zuständige Behörde einzuholen haben. Dies gilt für alle Tätigkeiten mit Biostoffen, die in die Schutzgruppe 3 und 4 eingruppiert sind. Der Antrag auf Erlaubnis dieser Tätigkeiten muss schriftlich erfolgen. Anzuzeigen ist zudem die Aufnahme von Patienten, die mit Erregern der Risikogruppe 4 infiziert worden sind.

Biostoffverordnung: Gesundheit kontra biologische Gefahren Erlaubnis

Eine Erlaubnis ist nicht nötig, wenn Biostoffe der Gruppe 2 oder 3 im normalen Arbeitsprozess eingesetzt werden. Über deren erstmalige Anwendung bzw. über den Umgang mit diesen Stoffen muss die zuständige Behörde aber in Kenntnis gesetzt werden. Die Anzeigepflicht ist in § 16 der Biostoffverordnung geregelt.

Wichtig: Auch die Beendigung von Tätigkeiten, für die eine Erlaubnispflicht herrscht, muss angezeigt werden.


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zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

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