Buchung storniert
Muss der Mieter zahlen?

Monteurzimmer und Ferienwohnungen erfreuen sich einer starken Beliebtheit. Hier finden Mieter in ihnen eine preiswerte Unterkunft für wenige Tage. Doch es stellt sich die Frage, wie Sie bei rechtlichen Problemen verfahren. Etwa dann, wenn eine gebuchte Übernachtung nicht zustande kommt.

Buchung storniert - muss der Mieter zahlen?

Dürfen Sie als Vermieter dennoch eine Miete durch den Betroffenen verlangen? Die kurze Antwort: Ja, Sie sind zu dieser Forderung berechtigt.

Beachten Sie aber, dass unterschiedliche Vertragstypen auch einen unterschiedlichen Umgang mit Stornierungen beinhalten. Das ist vor allem wichtig, wenn der Buchende keinen Ersatz leisten oder zumindest seine Ausgaben senken möchte.

Ein Blick in den Beherbergungsvertrag

Normalerweise regeln Sie Buchungen Ihrer Monteurzimmer oder Ferienwohnungen über den Beherbergungsvertrag. Dieser ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht ausdrücklich geregelt – seine Anforderungen bemessen sich an einer Mischung aus unterschiedlichen Vertragstypen. Und diese besagen, dass geschlossene Verträge einzuhalten sind.

Wer das nicht möchte, setzt sich Schadensersatzforderungen aus. Denn mit der Annahme des Vertrages und der Bereitstellung der Räumlichkeiten ist es Ihnen als Vermieter verwehrt, andere Gäste aufzunehmen.

Sie erleiden einen finanziellen Schaden, der Ihnen zumindest anteilig durch den Buchenden zu ersetzen ist.

Buchung storniert Blick in den Beherbergungsvertrag

Der Beherbergungsvertrag kennt eine Stornierung zunächst nicht. Das ist wichtig, weil er im Gegensatz zum Reisevertrag somit nicht aus privaten oder beruflichen Gründen beendet werden kann.

Beide Vertragsparteien sind gezwungen, zu einer einvernehmlichen Auflösung der Abmachung zu kommen, sofern an dieser nicht mehr festgehalten werden kann.

Ist es dem Mieter durch höhere Gewalt oder Unglücksfälle in der Familie unmöglich, das Monteurzimmer zu beziehen, dürfen Sie ihn dennoch zur Zahlung der Miete heranziehen. Dazu genügt, dass die Räumlichkeiten rechtsverbindlich reserviert wurden, weil zumindest ein bindender Vorvertrag entsteht.

In den letzten Jahren ist beim Vermieten der Monteurzimmer aber ein neuer Trend zu erkennen. Immer häufiger bieten die Eigentümer der Immobilie hierbei keinen reinen Beherbergungsvertrag an. Vielmehr wird ein umfangreicher Service ebenso wie eine Bereitstellung der Reise- und Transportmittel gewährleistet.

Hier stellt sich die Frage, ob sich der Mieter damit nicht augenscheinlich eher dem Reisevertrag unterwirft. Ein juristisches Problem, das mit Blick auf mögliche Rechtsansprüche zuletzt vermehrt von deutschen Gerichten zu klären war.

Prüfen Sie vor Vertragsschluss, ob Sie einen Beherbergungs- oder Reisevertrag benötigen – und welche gesetzlichen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Der Reisevertrag gibt Auskunft

Zunächst prüfen Sie, welche Vertragstypen bei der angedachten Vermietung betroffen sind. Im weiteren Schritt, welche Aussagen diese zu einer ordentlichen Stornierung durch den Betroffenen tätigen.

Besteht die Buchung aus Flug- und Fahrttickets, dem Hotelzimmer, einer Verpflegung vor Ort und der Teilnahme etwa an geführten Touren, so wären hier nicht zuletzt der Reise-, der Miet-, der Dienstleistungs- und der Werkvertrag berührt. Dennoch erlangt der Reisevertrag einen Vorrang – nach seinen Vorgaben bemisst sich, wie Sie im Falle einer Kündigung durch den Reisenden verfahren.

Buchung storniert - muss der Mieter zahlen? Auskunft Vertrag

Die Stornierung durch den Reisenden ist in § 651 i des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt. Und demzufolge darf er sie vornehmen. Eine bestimmte zeitliche Frist für diesen Schritt wird nicht genannt.

Es ist zunächst unerheblich, ob er die Fahrt fünf Minuten nach der Buchung oder unmittelbar vor der Abreise kündigt. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass auch kurzfristige Gründe vorliegen können, die Reise nicht anzutreten. Der Gesetzgeber verzichtet bewusst darauf, die Kündigung in einem zeitlich begrenzten Rahmen zu legitimieren – diese ist jederzeit und selbst nach der Abfahrt möglich.

Dem gleichen Paragrafen ist zu entnehmen, dass Sie den Reisenden durch seine Stornierung immer zum Ersatz jenes Schadens heranziehen können, den er durch die Kündigung auslöst.

Auch in diesem Punkt erweist sich das Gesetz als rigoros – Ausnahmen werden nicht genannt, die Schadensersatzpflicht tritt automatisch mit dem Stornieren der Fahrt ein. Auf welche Summen Sie hoffen dürfen, wird prozentual errechnet. Als entscheidend gilt es, wie viele Tage vor Reisebeginn die Fahrt storniert wurde.

Gehen Sie von Summen zwischen vier und 50 Prozent des Gesamtwertes aus.

Die Buchung ist noch nicht zugegangen

Grundsätzlich gilt, dass Verträge einzuhalten sind. Zumal dann, wenn sie – wie der Reisevertrag – nicht über ein Widerrufsrecht verfügen, wie es bei anderen Vertragsarten gängig zur Anwendung kommt. Wer eine Reise bucht, sollte sich über die Konsequenzen im Klaren sein.

So einfach der Rücktritt von dieser auch gelingen mag – als Vermieter sind Sie stets berechtigt, Ihren finanziellen Schaden ersetzt zu bekommen. Gäste die dieses Risiko meiden möchten, können eine Reiserücktrittsversicherung abschließen, um die Kosten nicht tragen zu müssen. Eine Möglichkeit, die allen Parteien gerecht wird.

Eine Alternative, sich nicht schadensersatzpflichtig zu verhalten, liegt darin, den Widerruf vor Zugang des Reisevertrages abzugeben. Mieter, die den Vertrag für das Zimmer unterschrieben per Post an Sie als Vermieter senden, vor dessen Eintreffen jedoch per Mail oder Telefon verbindlich stornieren, lösen keinen Schaden aus.

Eine solche Option besteht nur innerhalb der ersten Stunden oder Tage nach einer schriftlichen Buchung – dennoch ist es damit möglich, eine Reise zu kündigen, ohne sich Ersatzansprüchen auszusetzen.

Buchung storniert - muss der Mieter zahlen? Post zugestellt

Erfahrungsgemäß kommt es hierbei zu Problemen. In den Vordergrund rückt die Frage, ob und wann die Buchung schriftlich zugegangen ist. Ebenso kann ein per Mail gesandter Vertrag schon in Ihrem Postfach liegen – Sie haben diesen aber noch nicht geöffnet.

Wie hier zu verfahren ist, wenn vor der Annahme des Vertrages die Stornierung ausgesprochen wird, ist im Einzelfall zu entscheiden. Aus gesetzlicher Sicht sind sowohl Sie als Vermieter als auch der Reisende schützenswert. Häufig muss konkret nachgewiesen werden, wann die Annahme der Buchung erfolgt ist.

Eine gütliche Einigung erzielen

Es empfiehlt sich, den Kontakt in ruhigem und friedlichem Ton anzustreben. Beide Seiten sollten versuchen, eine Lösung des Problems zu finden.

Konstruktives Zusammenarbeiten eröffnet manche Wege, die eigentlich verschlossen scheinen. Zumal es auf diese Weise möglich ist, Streitigkeiten zu vermeiden, die nicht selten bis zum Gerichtsverfahren führen. Damit wäre ein Verlust an Zeit und Nerven verbunden, von den drohenden Kosten ganz zu schweigen.

Im idealen Falle einigen sich beide Parteien gütlich und erklären sich zum Verzicht auf etwaige Ansprüche bereit. Auch das sollte indes schriftlich geschehen, um der Rechtssicherheit zu genügen.

Buchung storniert - muss der Mieter zahlen? Monolog Dialog

Wenn Sie der Gegenseite nicht vollständig trauen, können Sie die Sachlage auch von einem Schiedsgericht beurteilen lassen. Das ist ratsam, wenn die Ausgangslage komplexer ausfällt – etwa bei der Frage, ob ein Vertrag überhaupt zustande gekommen ist.

Im Regelfall wird im Rahmen einer einzigen gemeinsamen Sitzung versucht, eine für beide Seiten akzeptable Beendigung des Streits herbeizuführen. Die offene Konfrontation wird hierbei vermieden.

Ob der Betroffene dann zur Zahlung eines Schadensersatzes herangezogen werden kann, hängt indes vom Einzelfall und seinen Besonderheiten ab. Oft stehen die Chancen gut, etwaige Ansprüche zumindest spürbar zu senken.

Weitere Ratgeber