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Der Defibrillator in den Monteurzimmern
oder der Ferienwohnung – notwendige Investition für den Vermieter?

Der Erste-Hilfe-Koffer gehört in jede Wohnung. Doch wie verhält es sich eigentlich mit sonstigen medizinischen Geräten? Insbesondere mit solchen, die von Laien kaum ohne Vorkenntnisse bedient werden können?

Zu ihnen gehört der Defibrillator. Das Gerät versetzt dem menschlichen Leib unterschiedlich starke Stromimpulse. Auf diese Weise ist es möglich, ein aus dem Takt geratenes oder kurzzeitig stillstehendes Herz zum Schlagen zu animieren.

Der Kauf eines solchen Lebensretters ist für Privatwohnungen und Feriendomizile stark umstritten. Dennoch sei Vermietern angeraten, einen Defibrillator in ihren Unterkünften zu installieren – und ihn damit für den Notfall griffbereit zu haben.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern

Nothilfe in der Ferienwohnung

Es lässt sich wohl ausgiebig darüber diskutieren, welche Maßnahmen zur Soforthilfe bei Krankheiten und Unfällen in der vermieteten Immobilie vorliegen sollten. Als gut beherzter Grundsatz darf gelten: Erforderlich ist alles, was die Leiden des Betroffenen akut lindern kann.

Für viele Vermieter beginnt damit aber die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Denn was genau gewünscht ist, hängt stets vom Einzelfall ab. Und eine gesetzliche Grundlage für derlei Fragen existiert auch nicht. Zwar lassen sich bei den Verbraucherschutzzentralen und beim Verband der Hoteliers zahlreiche Empfehlungen finden. Letztlich ist der Wohnungseigentümer aber auf sich alleine gestellt.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Erste-Hilfe-Koffer gut sichtbar im Monteurzimmer oder in der Ferienwohnung anzubringen. Er umfasst diverses Zubehör, um bei einem Notfall erste Hilfsmaßnahmen einzuleiten – und damit eventuell sogar das Leben des Betroffenen zu retten.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Nothilfe in der Ferienwohnung

Natürlich muss der Koffer einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden: Welche Inhalte fehlen, welche Bestandteile sollten aufgefrischt oder gänzlich ausgetauscht werden? Befindet sich der Inhalt noch im Rahmen der Haltbarkeit?

Daneben ist es wichtig, eine Liste mit allen Kontaktdaten solcher Ärzte in der nahen Umgebung anzubringen, die im Ernstfall helfen können. Auch Kliniken und Rettungsstellen sind dabei mit Anschrift und Telefonnummer zu erwähnen.

Entscheidend ist es somit, um akuten Notfall sowohl physische als auch psychische Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen. Damit leistet der Vermieter nicht nur Hilfe – er umgeht auch den straf- und zivilrechtlichen Verdacht, nicht alles in seinen Möglichkeiten Stehende unternommen zu haben.

Der Defibrillator als Grundausstattung

Wird bei einem Erste-Hilfe-Koffer noch die einhellige Ansicht bestehen, dass wenigstens ein solches Exemplar in einer Ferienwohnung vorhanden sein sollte, so scheiden sich am sonstigen Zubehör die Geister.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Erste Hilfe Monteur Handwerker Gast

Wie sieht es etwa mit dem Defibrillator aus? Ein derartiges Gerät kann mit seinen elektrischen Impulsen immerhin ein aussetzendes Herz zum Schlagen animieren – es rettet somit tatsächlich Leben und wird sich in jedem Rettungswagen finden lassen. Je eher es zum Einsatz kommt, desto höher stehen die Chancen, dem Betroffenen die notwendige Hilfe zukommen lassen zu können.

Zudem lässt es sich vergleichsweise simpel anwenden. Zwar ist eine vorherige Einweisung erwünscht. Doch auch Laien können im Notfall in der Bedienung kaum echte Fehler begehen. Wer sich dennoch absichern möchte, erlernt bei einem Erste-Hilfe-Kurs den Umgang mit dem Defibrillator.

Ob ein solches Gerät in einer Ferienwohnung oder im Monteurzimmer anzutreffen sein sollte, wird kontrovers debattiert. Die Zahl der Befürworter steigt. Ebenso ist seine lebensrettende Soforthilfe unstrittig. Demgegenüber stehen die üppigen Kosten bei der Anschaffung, die nicht jedem Vermieter zuzumuten wären.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Wandhalterung Halterung für Defibrillator

Darüber hinaus fehlt es bislang an einer gesetzlichen Grundlage. Nicht einmal die Empfehlung der Bundesbehörden zum Kauf eines Defibrillators dürfte in den kommenden Jahren zu erwarten sein.

Vermieter müssen daher selbst entscheiden, ob sie diesen nicht eben preiswerten Schritt wagen möchten. Entscheiden sie sich dagegen, kann ihnen bislang aber noch nicht mit rechtlichen Konsequenzen gedroht werden.

Das Herz als Motor des Lebens

Noch immer gehen zahlreiche Krankheiten und Todesfälle auf eine Fehlfunktion des Herzens zurück. Das Tückische dabei: Ein solcher Fehler lässt sich kaum erkennen. Oft weist der Betroffene keine sichtbaren Leiden auf, ehe der Schlag des Herzens aussetzt.

Vielleicht fühlt er sich etwas matt und müde, eventuell setzen leichte Schwindelgefühle ein. Ein akutes Anzeichen könnte darüber hinaus im Auftreten von Schmerzen im Bereich der Brust und der Arme gesehen werden. Doch häufig werden diese ersten Warnsignale ignoriert. Denn wer möchte sich schon den Urlaub durch einen lästigen Arztbesuch stören lassen?

Genau in diesem Verhalten liegt allerdings die Ursache dafür, dass Herzrhythmusstörungen, das Kammerflimmern und der Herzinfarkt noch immer recht oft zu beobachten sind – und vielfach zum Tode führen. Denn lediglich in den ersten Minuten nach dem Kollaps kann eine rettende Maßnahme eingeleitet werden, um Schlimmeres zu vermeiden.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Herz als Motor

Wer also nicht rechtzeitig den Arzt aufsucht, begibt sich in Lebensgefahr. Und wer als Vermieter einer Ferienwohnung oder eines Monteurzimmers keinen Defibrillator griffbereit in der Immobilie installiert hat, erschwert eine rechtzeitige Hilfe durchaus.

Es bietet sich daher an, über die Anschaffung eines solchen Gerätes nachzudenken, die Vorzüge mit den Nachteilen abzuwägen und für sich zu entscheiden, ob diese Investition eingegangen wird.

Vermieter mit einer geringen Auslastung der Wohnung werden sich vermutlich dagegen entscheiden. Wer häufig Gäste empfängt, sollte sich mit dem Kauf des Defibrillators aber ernsthaft auseinandersetzen.

Wer hilft im Notfall?

Ein mögliches Kriterium für den Kauf kann im nahen Umfeld der Ferienwohnung oder des Monteurzimmers gesehen werden: Handelt es sich hierbei um ein städtisches Gebiet oder eher um ein ländliches Idyll?

Im erstgenannten Falle ist davon auszugehen, dass in einer dicht besiedelten Fläche immer auch eine spontane Nothilfe möglich ist. Zu denken wäre nicht alleine an die in der Nähe gelegenen Rettungsstellen und Arztpraxen. Immer mehr Supermärkte, Dienstleister, Fitnesscenter und Behörden weisen einen Defibrillator auf.

Ist ein solches Gerät greifbar, kann der Kauf und damit die Investition von rund 1.000 bis 1.500 Euro also ausbleiben. Allerdings muss sichergestellt werden, dass im akuten Notfall eine Verwendung auch tatsächlich möglich ist.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Rettungssanitäter

Etwas anders sieht die Ausgangslage in solchen Regionen aus, die vergleichsweise gering bevölkert sind. Gerade im Urlaubsareal lassen sich zuweilen nur vereinzelte Häuser finden. Die Fahrt zum nächsten Shop dauert dort gerne einige Minuten. Rettende Maßnahmen lassen sich hier also nicht sofort ergreifen.

Insbesondere in solchen Gebieten, die die sportliche Leistungskraft der Gäste ansprechen, bietet sich der Kauf eines Defibrillators an. Denn wo Herz und Kreislauf beim Wandern, Schwimmen oder Radfahren stärker als üblich beansprucht werden, da kommt es auch häufiger zu einem Aussetzen des Lebensmotors.

Vor dem Erwerb ist also durch den Vermieter sorgfältig zu ergründen, wie schnell die notwendige Hilfe im Ernstfall beansprucht werden kann – und wie sich diese Dauer verkürzen lassen könnte.

Keine Frage des Preises

Rund 125.000 Menschen erleiden alleine in Deutschland in jedem Jahr einen Herzinfarkt. Oft könnte ein solches Schicksal mit allen seinen nachfolgenden Konsequenzen verbessert werden, würde sich in der nahen Umgebung des Betroffenen ein Defibrillator befinden.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Lifeguard

Zwar gehen auch immer mehr private und öffentliche Einrichtungen dazu über, in ihren Räumen ein solches Gerät zu installieren – und es für den Notfall griffbereit zu haben. Ebenso steigt die Zahl der Haushalte, in denen sich der Defibrillator finden lässt.

Insbesondere kleinere Vermieter scheuen die Anschaffung allerdings noch allzu oft. Leider gehen auch größere Beherbergungsketten und Hotels mit keinem guten Beispiel voran: Das Umsetzen lebensrettender Maßnahmen erschwert sich hier häufig durch das fehlende Zubehör oder die mangelnde Kompetenz der Mitarbeiter.

Dass ein Defibrillator, der bereits in der einfachsten Grundausführung eine Investition von rund 1.000 Euro erfordert, durch private Anbieter einer Ferienwohnung kaum aus den laufenden Einnahmen bestritten werden kann, ist nachvollziehbar. Zudem ist zu bedenken, dass staatliche und kommunale Behörden den Erwerb des Gerätes finanziell nicht fördern. Lediglich eine Anrechnung im Steuerbescheid ist gegenwärtig vorstellbar.

Für den Vermieter stellt der Kauf daher immer auch ein finanzielles Risiko dar. Zudem eines, für den der Anreiz zu fehlen scheint. Immerhin rentiert sich ein Defibrillator wirtschaftlich kaum einmal – erfahrungsgemäß kamen viele Anbieter einer Ferienwohnung noch nie in eine Situation, in der sich der Erwerb des Lebensretters wirklich gelohnt hätte. Andererseits kommt der Notfall spontan. Dafür muss vorgesorgt werden.

Auch die Wartung muss bedacht werden

Darüber hinaus gehört der Defibrillator zu jenen elektrischen Geräten, die regelmäßig auf ihre Funktionsweise hin überprüft werden sollten. Denn wer möchte schon einen Defekt im Ernstfall riskieren?

Auch die daran befindlichen Klebe-Elektroden, die vor der Anwendung auf der Haut des Betroffenen angebracht werden, verlieren über mehrere Jahre hinweg an Klebekraft. Rutschen sie im entscheidenden Moment vom Leib, könnten wertvolle Sekunden für die Rettung vergeudet werden.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Wartung

Für die korrekte Anwendung im Notfall ist es daher erforderlich, das Gerät regelmäßig zu kontrollieren. Je nach Hersteller und der Art des Modells wird dabei ein Zeitraum von ein bis zwei Jahren empfohlen. Bei älteren Defibrillatoren ist aber auch eine Routineüberprüfung im halbjährlichen Abstand sinnvoll.

Allerdings sollte der Vermieter der Ferienwohnung ohnehin im engen Kontakt mit dem Hersteller des lebensrettenden Elektrokoffers stehen. Schon kleinste Mängel sind diesem mitzuteilen und ohne Zeitverlust zu beheben. Darüber wird anschließend ein Protokoll angefertigt, das den sachgemäßen Einsatz bescheinigt.

Hersteller solcher Geräte bieten meist aber ein Rundum-Paket, bei dem neben der Lieferung die Installation des Defibrillators vorgenommen wird. Darüber hinaus ist mit umfangreichen Wartungs- und Gewährleistungsmaßnahmen zu rechnen. Selbstverständlich erfolgt auch eine Einweisung in die korrekte Bedienung.

Ein derartiger Service hat natürlich seinen Preis, der inklusive der Folgekosten für die Wartung schnell einmal hohe Investitionen erfordert. Defibrillatoren im Kostensegment zwischen 2.000 und 5.000 Euro gehören daher nicht einmal zu den teuersten Modellen.

Für ein gerettetes Leben lässt sich kein Preis ansetzen

Das Für und Wider des Kaufes eines Defibrillators sollten früher oder später alle Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern durchdenken. Auch solche, die eine geringe Auslastung der Räumlichkeiten aufweisen und bei denen sich die Frage der wirtschaftlichen Machbarkeit einer derart teuren Anschaffung stellen wird.

Defibrillator für Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern Leben retten

Zudem bemängeln Kritiker, dass der Kauf des Gerätes alleine noch kein Leben rettet. Erst die fachmännische Anwendung des Stromimpulses könne zur Soforthilfe taugen. Wer als Vermieter aber nicht über darin geschultes Personal verfüge, werde dem Betroffenen kaum akut helfen.

Dennoch sei allen Vermietern angeraten, sich mit dem Erwerb einmal konstruktiv – und gerne auch kritisch – auseinanderzusetzen. Zwar mag sich die Investition finanziell kaum rechnen. Doch wer möchte schon einen Preis für ein Menschenleben festlegen? Setzt das Herz des Urlaubers, des Monteurs oder des Geschäftsreisenden aus, ist jede Hilfe wertvoll.

Allerdings sollte nach dem Kauf eine Einweisung in die Bedienung erfolgen. Der Vermieter kann darin auch seine Gäste unterrichten. Das Anbringen von Anwendungshinweisen neben dem Gerät gehört darüber hinaus zu den Pflichten. Meist wird in leicht verständlicher Sprache und mit Symbolen sowie Grafiken verdeutlicht, welche Schritte konkret einzuleiten sind.

Es bedarf also nicht viel, um ein Menschenleben zu retten. Und wenn ein solcher Notfall auch eher selten einmal auftreten wird: Vorsorge ist gerade in diesen Situationen unabdingbar. Geht es um wichtige Minuten oder sogar Sekunden, um den Schlag des Herzens zu animieren, muss jede nur mögliche Maßnahme ergriffen werden.

Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

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