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Empfang von Besuch
im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung -
Besuch in der Ferienwohnung – Gäste sind nicht immer willkommen

Im Urlaub einmal etwas zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen – wer möchte das nicht? Doch wenn etwa ein Geburtstag oder ein anderweitiges Jubiläum ansteht, würde man sich auch gerne mit einigen Gästen umgeben. Kurzerhand wird eine spontane Party einberufen, bei der die Besucher den Garten und das Haus betreten. Das Szenario mag amüsant klingen und wird den Beteiligten auch einigen Spaß bereiten. Aus rechtlicher Sicht stellt sich jedoch gleichfalls die Frage, ob das Vorgehen überhaupt zulässig ist. Darf Besuch in der Ferienwohnung oder dem Monteurzimmer empfangen werden?

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Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung

Unterschiede zwischen der Miet- und der Ferienwohnung

Besuch in der Wohnung? Wer einen regulären Mietvertrag unterschrieben hat, braucht in dieser Frage kaum mit Einschränkungen zu rechnen. Denn den Vermieter geht es nichts an, wie oft der Mieter seine Gäste empfängt, in welcher Zahl oder zu welcher Tageszeit diese auftreten. Entscheidend ist alleine, dass die Sauberkeit und die Sicherheit sowohl der Wohnung als auch des sie umgebenden Hauses gewahrt sind. Ruhestörungen, Sachbeschädigungen oder andere, den Normen des Zusammenlebens widerstrebende Verhaltenweisen müssen natürlich nicht geduldet werden. Darüber hinaus darf der Vermieter nicht darüber entscheiden, ob Besuch empfangen wird.

Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung Unterschied Mietwohnung un Ferienwohnung

Bei Ferienwohnungen und Monteurzimmern ist eine direkte Übernahme dieser Rechtslage allerdings nicht möglich. Solche Zimmer werden für einen zeitlich eng befristeten Rahmen vermietet. Ihr Preis richtet sich regelmäßig nach der Anzahl der Bewohner. Daraus wiederum leiten sich direkt die Nebenkosten ab. Auch das Interieur ist auf diese ausgelegt, kann also nicht problemlos erweitert werden.

Im Gegensatz zur regulären Mietwohnung wird daher bei der Ferienwohnung viel stärker eine Abgrenzung zwischen Bewohnern einerseits und Besuchern andererseits vorgenommen. Denn neben den allgemeinen Regeln des Mietrechts der §§ 535 ff. BGB sind hier – zumindest bei einer gewerblichen Vermietung – auch die Normen des Reiserechts gemäß § 651a ff. BGB zu beachten.

Allgemeines zum Besuch in der Ferienwohnung

Natürlich wird kaum ein Vermieter einmal etwas sagen, wenn der Mieter einen Gast empfängt. Insbesondere in den Tagesstunden wird ein solches Vorgehen auch schwerlich zu unterbinden sein, immerhin würde damit bereits eine normale Kommunikation unterbunden – und somit wohl dem Persönlichkeitsrecht entgegengewirkt. Hält sich der Besucher vor dem Haus auf, betritt er dieses also nicht, wäre der Zugriffsbereich des Eigentümers der Immobilie zudem nicht unbedingt berührt. Etwas anders mag sich die Lage gestalten, wenn der Gast im Garten angetroffen wird. Aber die meisten Vermieter würden ein derartiges Verhalten wohl stillschweigend akzeptieren.

Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung Parkplatz für Besucher

Ausnahmen ergeben sich aber dann, wenn der Gast das Haus betritt, er sich dort für längere Zeit aufhält, der Besuch während der Nacht empfangen wird oder sich anderweitige Abweichungen vom Mietvertrag zeigen. Diese können bereits vorliegen, wenn der Besucher seinen Wagen vor dem Haus parkt – und damit einen wichtigen Stellplatz des Vermieters blockiert. Hier wäre es durchaus möglich, den Gast der Immobilie zu verweisen. Nicht relevant ist dabei übrigens die Frage, wie viele fremde Personen anwesend sind. Ob der Mieter einen Gast oder mehrere Besucher empfängt, ändert an den rechtlichen Möglichkeiten des Vermieters zunächst einmal nichts. Schon bei der kleinsten Überbelegung der Wohnung kann er handeln.

Angebot und Bestätigung als Rechtsgrundlage

Auf wie viele Personen das Monteurzimmer oder die Ferienimmobilie ausgelegt ist, lässt sich leicht in Erfahrung bringen: Konkrete Aussagen diesbezüglich trifft bereits der Mietvertrag, der vom Gastgeber und seinem Gast als beiderseitige Willenserklärung unterzeichnet wurde.

Das vorherige Angebot – etwa auf der Webseite des Vermieters oder über einen Reisekatalog – kann diese Frage gleichfalls beantworten. Hier ist regelmäßig davon auszugehen, dass sowohl die Mindest- als auch die Maximalbelegung in Zahlen genannt werden. Nimmt der Mieter diese Offerte an, kann schon die Bestätigung seiner Reservierung als Rechtsgrundlage gelten. Er weiß nun, wie viele Leute sich in der Wohnung aufhalten dürfen.

Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung Gesetz Justizia

Für den Vermieter handelt es sich bei dem Angebot, dessen Bestätigung sowie den Mietvertrag um wichtige Instrumente, um sich selbst zu schützen. Denn die darin genannte Belegung eines Zimmers gibt ihm die Möglichkeit, den Preis der Vermietung inklusive aller Nebenkosten relativ konkret zu berechnen. Anders wäre die Situation, könnte er das Erscheinen von Besuchern nicht kontrollieren. Hier wäre davon auszugehen, dass etwa die Strom- und Wasserkosten deutlich ansteigen – ein Umstand, der im Mietvertrag so vermutlich nicht vorgesehen ist. Es gilt somit, dass der Vermieter einer Ferienwohnung grundsätzlich erst einmal einschränken kann, wie viele Personen sich in der Immobilie aufhalten.

Konkrete Angaben fehlen

Allerdings kennen viele Reisende auch das Problem: In einigen Katalogen wird nicht genau benannt, für wie viele Personen die Wohnung ausgelegt ist. Zwar lässt sich dem bebilderten Angebot entnehmen, wie viele Zimmer die Immobilie aufweist und mit welcher Anzahl von Betten dort zu rechnen ist.

Konkret wird aber weder die Mindest- noch die Maximalbelegung genannt. Ist in solchen Fällen also davon auszugehen, dass Besuch empfangen werden kann, der vielleicht sogar über Nacht bleiben darf? Oder können neben den vorhandenen Betten auch provisorische Schlafplätze – auf der Couch, auf Liegen, auf Luftmatratzen – errichtet werden?

Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung Fehlende Angaben

Spätestens die Zahl der vorhandenen Betten sagt dem Mieter konkret, mit wie vielen Personen die Immobilie belegt werden kann. Das eigenmächtige Schaffen von Schlafplätzen ist hier folglich nicht gestattet. Ebenso wäre es unzulässig, dass sich zwei Personen ein Einzelbett teilen. Gewahrt werden soll durch diesen Grundsatz die Sicherheit des Vermieters. Zwar könnte er es zunächst verschmerzen, wenn eine zusätzliche Person in der Wohnung übernachtet. Da diese aber auch Wasser und Strom verbraucht, steigen die Kosten des Gastgebers – und das in einem Maße, das er nicht kontrollieren kann. Ihm ist also nicht zuzumuten, an einem Mietvertrag festzuhalten, der für ihn unliebsame Überraschungen bereithalten könnte.

Die Einzelfallregelung

Allerdings sind der Gastgeber und sein Gast in der Gestaltung des Mietvertrages frei. Sie unterliegen dabei zwar den Regeln des Zivilrechts. Innerhalb dieser Grenzen können sie jedoch vereinbaren, was ihnen wünschenswert erscheint. Daher dürfen auch von der Norm abweichende Einzelfallregelungen verfasst werden. Weiß der Mieter, dass er etwa in der Zeit des Mietverhältnisses seinen Geburtstag feiert, bei dem er Gäste einladen möchte, so kann dieses Vorhaben konkret in dem beiderseitigen Kontrakt vereinbart werden. Stimmt der Vermieter zu und unterschreibt er das Dokument, so darf er anschließend nicht verlangen, dass die Besucher die Wohnung zu verlassen haben.

Empfang von Besuch im Monteurzimmer oder der Ferienwohnung Alleinstellungsmerkmal Einzelfall

Wie sieht es aber aus, wenn derlei nicht im Vertrag geregelt wurde? Kommt es spontan einmal zu einem Besuch, so ist zu unterscheiden. Empfängt der Mieter in seiner Ferienwohnung oder dem Monteurzimmer spontan den einen oder anderen Gast, der nach kurzer Zeit bereits wieder verschwindet, wird der Vermieter das wohl stillschweigend dulden. Kommt es darüber hinaus zur Ansammlung mehrerer Menschen – zu denken wäre erneut an die Geburtstagsparty –, so empfiehlt es sich, zumindest die Einwilligung des Vermieters zu erfragen. Der Mietvertrag würde in diesem Falle also nachträglich angepasst. Da dieser Schritt formfrei erfolgen kann, genügt bereits die mündliche Zusage.

Der Besucher wird zum Untermieter

Allerdings sind auch Fälle bekannt, in denen der Besucher nicht alleine bloß anwesend ist, um den Tag und vielleicht auch die Nacht mit dem Mieter der Ferienwohnung zu verbringen. Vielmehr hält er sich dort für einen längeren Zeitraum auf, verwendet also erneut Wasser und Strom, ist an der Abnutzung und dem Verschleiß des Mobiliars beteiligt. Er reift damit für den Vermieter zu einem zusätzlichen Kostenfaktor, der nicht eingeplant war. Erhält der Gastgeber Kenntnis von diesem Zustand, kann er den ungebetenen Besucher sofort vor die Tür setzen. Gleichfalls wäre es auch möglich, den Vertrag mit dem Mieter zu beenden.

Datenschutzgrundverordnung DSGVO Kein Stress entspannt

Juristisch entwickelt sich der Besucher in diesem Szenario zu einem Untermieter. Er greift zwar nicht direkt in das Mietverhältnis zwischen dem Gastgeber und seinem Gast sein. Dennoch bezieht er Leistungen, für die er zunächst einen Gegenwert schuldig bleibt. Davon ist selbst dann auszugehen, wenn er dem eigentlichen Mieter einen Anteil zur Miete entrichtet.

Wird also tatsächlich einmal ein Besucher erwartet, der – vielleicht wegen schlechter Wetterlage oder anderer Notfälle – etwas länger in der Wohnung verbleiben muss, so ist auch davon der Eigentümer der Immobilie zu unterrichten. Erneut wäre ein Anpassen des Mietvertrages notwendig – und rechtlich geboten, um alle beteiligten Parteien abzusichern.

Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

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