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Lastenhandhabungsverordnung:
Gefahren für die Gesundheit der Arbeitnehmer ausschließen oder wenigstens minimieren


Lastenhandhabungsverordnung

Mit der Lastenhandhabungsverordnung setzt der deutsche Gesetzgeber eine EU-Richtlinie im Arbeitsschutz um, wobei die LasthandhabV bereits seit 1996 gilt. Das Ziel der Verordnung besteht darin, Gesundheitsgefahren für Arbeitnehmer am Arbeitsplatz auszuschließen oder wenigstens zu minimieren.

Schäden durch körperliche Arbeit

Auch wenn am Arbeitsplatz immer mehr Maschinen verschiedene Tätigkeiten übernehmen, so ist die physikalische Belastung der Arbeitnehmer dennoch gestiegen. Belastungen durch Hitze, Chemikalien oder Lärm werden kontinuierlich gesenkt, doch in Bezug auf Lasten gelingt das nur in wenigen Fällen.

Das Problem: Die meisten Berufsunfähigkeiten beruhen auf Rückenschmerzen und diese wiederum sind die Folge zu schweren und falschen Hebens. Es gilt daher, die Lastenhandhabungsverordnung besser umzusetzen bzw. wenigstens konsequent anzuwenden, um Schäden von den Mitarbeitern abzuwenden. Es wurden Grenzwerte für Männer und Frauen erlassen, außerdem gibt es in der LasthandhabV Hinweise auf mögliche Berechnungen zulässiger Lasten.

Wo wird die Lastenhandhabungsverordnung angewendet?

Die Lastenhandhabungsverordnung richtet sich an alle Arbeitgeber, in deren Unternehmen Lasten zu bewegen sind. Sofern die Mitarbeiter manuell schwere Güter tragen oder von einem Ort zum anderen bewegen müssen, greift die LasthandhabV. Als „manuelle Handhabung“ definiert die Verordnung das Befördern ebenso wie das Abstützen von Lasten mithilfe der menschlichen Körperkraft.

Lastenhandhabungsverordnung Rückenschmerzen

Auch das Absetzen, Heben, Ziehen, Schieben oder Bewegen zählt als manuelle Handhabung. Der Arbeitgeber muss daher einschätzen, wie schwer die jeweilige Last ist und wo die Grenzen des Zumutbaren erreicht sind. Dafür ist es wichtig, dass die einzuschätzenden Tätigkeiten bekannt sind – ist das nicht der Fall, muss eine fachkundige Person die Beurteilung der Gefahrenlage übernehmen.

Die Verordnung selbst definiert in ihrem ersten Paragrafen den Anwendungsbereich: Sie gilt für die Arbeit mit Lasten, die eine Gefährdung für Gesundheit und Sicherheit der sie bewegenden Person darstellen. Das kann zum einen durch ihr Gewicht der Fall sein, zum anderen aber auch durch die ergonomische Form. Ein Gegenstand muss nicht schwer sein, um beispielsweise Rückenschäden beim Tragen auszulösen – er muss sich nur schlecht anfassen und bewegen lassen, weil er so unhandlich ist. Vor allem die Lendenwirbelsäule wird seitens der Verordnung als besonders gefährdet eingestuft.

Die Lastenhandhabungsverordnung gilt in jedem Unternehmen, außer in denen, die dem Bundesberggesetz unterliegen.

Die Lastenhandhabungsverordnung gilt in jedem Unternehmen, außer in denen, die dem Bundesberggesetz unterliegen. Auch für bestimmte Tätigkeiten im öffentlichen Dienst (hier vor allem bei der Polizei, Bundeswehr, beim Katastrophenschutz oder bei Nachrichtendiensten) kann die Verordnung unter bestimmten Voraussetzungen außer Kraft gesetzt werden. In erster Linie ist das der Fall, wenn es um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder um die Wiederherstellung derselben geht. Allerdings muss im gleichen Zuge festgelegt werden, wie die Sicherheit der betreffenden Mitarbeiter dennoch gewährleistet werden kann.

Anwendung der Lastenhandhabungsverordnung: Beurteilung des Risikos

Die verschiedenen Tätigkeiten im Unternehmen sind mit einem unterschiedlich hohen Risiko verbunden, was die Gefahr durch Lasten angeht. Um das jeweilige Niveau der Gefahren einschätzen zu können, kommen verschiedene Methoden zur Beurteilung infrage.

Lastenhandhabungsverordnung Beurteilung des Risikos

Besonders häufig wird die Leitmerkmalmethode angewendet, mit deren Hilfe Trag- und Hebelasten im Unternehmen zu beurteilen sind.

Für die Leitmerkmalmethode sind vier wichtige Merkmale wichtig:

  • Wie lange und wie häufig dauert die Belastung an?
  • Wie hoch ist das Lastgewicht?
  • In welcher Körperhaltung wird die Last bewegt?
  • Unter welchen Bedingungen findet die Handhabung der Last statt?

Wenn diese Faktoren bekannt sind, kann die Formel der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angewendet werden, mit deren Hilfe sich ein Gefahrenwert berechnen lässt. Kommt als Ergebnis heraus, dass ein bestimmter Grenzwert überschritten wird, so müssen technische und organisatorische Veränderungen vorgenommen werden, damit die Grenzwerte wieder einzuhalten sind.

Die Formel zur Berechnung lautet:
Gewicht der Last + Haltungswichtung + Bewegungswichtung = Summe x Zeit = Punktwert

Diese Formel ist recht komplex und funktioniert nur, wenn die Punkte Last, Haltung und Ausführungsbedingung gewichtet wurden. Die Werte, die am Ende herauskommen, können theoretisch zwischen 2 und 80 liegen, wobei der Normbereich bis zu einem Wert von 25 angenommen wird. Ab einem Wert von 50 ist von einem hohen Risiko auszugehen und der Arbeitgeber muss Maßnahmen in die Wege leiten, mit denen seine Mitarbeiter vor zu hohen Lasten geschützt werden.

Das Niveau der Gefährdung kann auch mithilfe der „Hettinger-Tabelle“ ermittelt werden, die noch aus dem Jahr 1981 stammt. Die Richtwerte, die darin festgelegt sind, dürfen nicht überschritten werden. Dennoch wird die Anwendung der Leitmerkmalmethode empfohlen, denn hierbei werden weitere Faktoren berücksichtigt – auch die Haltung sowie die zeitliche Belastung spielen bei der Beurteilung eine nicht unerhebliche Rolle! Die Ergebnisse der Methode sind daher aussagekräftiger und individueller auf die einzelne Situation anpassbar.

Pflichten des Arbeitgebers im Sinne der Lastenhandhabungsverordnung

Die Lastenhandhabungsverordnung definiert nicht nur Lasten, sondern weist auch verschiedene Maßnahmen aus, die zu den Pflichten des Arbeitgebers gehören. Dieser muss beispielsweise geeignete Maßnahmen treffen bzw. Arbeitsmittel bereitstellen, mit denen sich Lasten leichter bewegen lassen. Hier ist die Rede von mechanischen Ausrüstungen, mit denen die manuelle Handhabung von Lasten vereinfacht wird.

Lastenhandhabungsverordnung Ausrüstung Umzug

Damit sollen Gefahren für Gesundheit und Sicherheit der Angestellten vermieden werden. Ist es jedoch nicht möglich, manuelle Handhabungen gänzlich zu vermeiden, kommt § 5 des Arbeitsschutzgesetzes zum Tragen, nach dem die Arbeitsbedingungen vor Ort beurteilt werden müssen. Nach dem Ergebnis dieser Beurteilung sind geeignete Maßnahmen in die Wege zu leiten, mit denen das Risiko für die Beschäftigten beim Bewegen der Last gesenkt wird.

Der Arbeitgeber muss des Weiteren dafür Sorge tragen, dass die Person, der er die Handhabung von Lasten übertragen hat, körperlich dazu überhaupt in der Lage ist. Die Eignung der Arbeitnehmer muss daher geprüft werden, ehe sie die betreffenden Aufgaben ausführen.

Zusätzlich muss der Arbeitgeber eine Unterweisung der Arbeitnehmer vornehmen und den Beschäftigten so genaue Angaben wie möglich zur sicheren Handhabung der Lasten mitteilen. Auch über mögliche Gefahren muss aufgeklärt werden, sodass die Mitarbeiter zu einer sachgemäßen Ausführung der Tätigkeiten angehalten werden.

Angemessene Arten des Lastentransports

Nicht immer lässt es sich gänzlich vermeiden, Lasten am Arbeitsplatz zu handhaben, sie zu heben oder zu befördern. Unternehmer müssen aber immer darauf achten, dass die Mitarbeiter nur so hohe sowie so viele Lasten tragen, wie sie unter Berücksichtigung von gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Aspekten in der Lage sind. Transporte müssen kurz in Bezug auf Wege und Zeit sein, außerdem sollen Lasten möglichst ergonomisch bewegt werden.

Lastenhandhabungsverordnung angemessene Art des Lastentransports

Lösungsmöglichkeiten für zu hohe Lasten bestehen beispielsweise darin, ein großes Gut in mehrere kleine Güter aufzuteilen. Des Weiteren können teilweise Verpackungen entfernt werden, was das betreffende Gut zum einen leichter, zum anderen besser handhabbar werden lässt. Eventuell lassen sich leichtere Materialien verwenden und gegen schwere, unhandliche Varianten austauschen. Sofern bei der Beurteilung des Lastenrisikos ein zu hohes Gewicht und ein Überschreiten der Grenzwerte herauskam, ist es Sache des Arbeitgebers, für Abhilfe zu schaffen und nach Alternativen zu suchen.

Vorhandene Hilfsmittel müssen unbedingt eingesetzt werden, wobei es sich teilweise um einfache Vorrichtungen handelt, teilweise um speziell für den jeweiligen Einsatz entwickelte Lastenmanipulatoren. Ein Beispiel dafür sind Hubwagen, die in vielen Unternehmen für das Bewegen von Paletten eingesetzt werden. Um einen schonenden Lastentransport zu gewährleisten, spielt in der Lastenhandhabungsverordnung die Körperhaltung eine wichtige Rolle. Daher muss der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers so gestaltet sein, dass das Handhaben von Lasten ohne Drehung des Körpers stattfinden kann. Außerdem dürfen Lasten nicht zu niedrig abgelegt werden, da die Wirbelsäule bei starker Beugung extrem belastet wird. Um nun die Mitarbeiter zu körperschonendem Bewegen der Lasten anzuhalten, muss der Arbeitgeber auf

  • die richtige Hebetechnik
  • die richtige Zeiteinteilung
  • die richtige Lastenorganisation
  • die Verwendung von Hilfsmitteln

hinweisen. Dies ist auch in seinem Interesse, denn gesunde Mitarbeiter sind motivierter und leistungsfähiger.

Lastenhandhabungsverordnung: Missachtung möglich?

Arbeitgeber müssen nach der Lastenhandhabungsverordnung ihren Betrieb bzw. einzelne Arbeitsstätten des Unternehmens auf das Niveau der Belastung einschätzen oder diese Beurteilung durch einen externen Experten vornehmen lassen. Außerdem sind sie zur Unterweisung der Angestellten im Umgang mit Lasten verpflichtet, wobei die richtige Handhabung der schweren Güter vermittelt werden muss. Werden die Punkte der Lastenhandhabungsverordnung nicht beachtet und sucht auch der Arbeitnehmer nicht nach Möglichkeiten der Lastenerleichterung, drohen schwere Gesundheitsschäden. Welche das im Einzelnen sind, muss laut § 4 der Lastenhandhabungsverordnung in einer Betriebsanweisung aufgelistet werden. Hierbei sind die einzelnen Gefährdungen ebenso zu nennen wie Verhaltensregeln und Maßnahmen zur Ersten Hilfe.

Lastenhandhabungsverordnung Missachtung Strafe

Die Missachtung der Lastenhandhabungsverordnung kann Strafen für den Arbeitgeber nach sich ziehen, denn damit wird die Gesundheit der Angestellten bewusst aufs Spiel gesetzt. Möglich sind überlastete Bandscheiben, Stauchungen, Bildung von Arthrosen, Veränderungen der Wirbelsäule (vor allem an Hals und im Lendenbereich) sowie Quetschungen. Arbeitnehmer, die nicht auf die richtige Handhabung von Lasten hingewiesen werden oder die keine Hilfsmittel zur Verfügung gestellt bekommen, können sich an den Betriebsrat und an die zuständigen Behörden wenden.


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zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

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