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Mahnbescheid beantragen -
Aber wie!? Offene Mietforderungen: So beantragen Sie einen Mahnbescheid

Als Vermieter von Monteurzimmern oder Ferienimmobilien bieten Sie Handwerkern auf Montage oder Urlaubern eine Unterkunft auf Zeit. Im Gegenzug suchen Sie zuverlässige, seriöse und solvente Mieter. Darunter fällt sicher die große Mehrzahl Ihrer Kunden. Doch leider gibt es immer wieder schwarze Schafe, die es mit der Zahlungsbereitschaft nicht so genau nehmen. Verspätete oder ganz ausbleibende Zahlungseingänge der Miete sind die unangenehme Folge.

Als Vermieter bleibt Ihnen in diesem Fall oft nur der Mahnbescheid als letzter Ausweg. Doch was ist ein Mahnbescheid, und welchen Zweck hat er? Und wie hilft er Ihnen als Vermieter, an Ihr Geld zu kommen? In diesem Ratgeber finden Sie alles Wissenswerte rund um dieses Rechtsmittel, so dass Sie sich in Zukunft bei einer ausstehenden Zahlung schneller wehren können.

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Mahnbescheid beantragen aber wie

Was versteht man unter einem Mahnbescheid?

Der Mahnbescheid ist im Prinzip der Dreh- und Angelpunkt des gerichtlichen Mahnverfahrens. Er markiert den Übergang vom außergerichtlichen zum gerichtlichen Mahnverfahren. Mit einem Mahnbescheid verfolgen Sie als Vermieter drei Ziele. Sie verschaffen sich dadurch einen Titel für die spätere Vollstreckung Ihrer Ansprüche. Wenn Sie also einen rechtswirksamen Mahnbescheid in den Händen halten, haben Sie das Recht, eine Vollstreckung in das Vermögen des Schuldners zu erwirken, damit Ihre Forderung bezahlt wird. Das kann zum Beispiel über eine Lohn- oder Kontopfändung oder über eine Zwangsvollstreckung geschehen.

Gleichzeitig erkennt Ihr Schuldner mit einem Mahnbescheid diese Forderung und seine Verpflichtung zur sofortigen Zahlung an. Darüber hinaus sichern Sie sich mit einem rechtskräftigen Mahnbescheid für einen Zeitraum von 30 Jahren das Recht auf den Ausgleich Ihrer Forderung. Da die gesetzliche Verjährungsfrist lediglich drei Jahre umfasst, würden Sie nach Ablauf dieser Zeitspanne jedes Recht auf die Bezahlung Ihrer Mietforderung verlieren. Mit einem Mahn- oder Vollstreckungsbescheid verlängert sich diese Frist auf 30 Jahre. Das ist vor allem in Fällen relevant, in denen der Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen Ihnen gegenüber zum aktuellen Zeitpunkt nicht nachkommen kann und einen späteren Ausgleich in Aussicht stellt.

Welche Gründe gibt es für einen Mahnbescheid?

Hinter einem Mahnbescheid steht immer eine offene Forderung des Gläubigers gegenüber einem Schuldner. Diese Forderung kann gewerblicher Art sein, es kann sich aber auch um eine Zahlungsverpflichtung aus einem privaten Vertrag handeln. Für Sie als Vermieter von Monteurzimmern oder Ferienwohnungen heißt das, dass ein Mieter seine Miete nicht zahlt, obwohl er das Zimmer oder die Wohnung genutzt hat. Während Sie also Ihren Teil der vertraglich vereinbarten Leistung ordnungsgemäß erbracht haben, kommt der Mieter seiner Zahlungsverpflichtung nicht nach. In der Regel geht dem Mahnbescheid ein längeres außergerichtliches Mahnverfahren voraus.

Mahnbescheid beantragen aber wie Antragsgegner

In dieser Phase hat der Gläubiger seinen Schuldner vermutlich mehrfach gemahnt und zur Zahlung aufgefordert. Dabei hat er Zahlungsfristen gesetzt, die ungenutzt verstrichen sind. Als Vermieter haben Sie in dieser Situation meist keine Lust mehr, noch länger auf Ihr Geld zu warten. Vielleicht sehen Sie auch keine Aussicht auf Erfolg, oder Ihr Schuldner ist nicht bereit, Ihre Forderung anzuerkennen. Welche Gründe der Schuldner dafür anführt, seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachzukommen, ist allerdings unerheblich. Mit einem rechtskräftigen Mahnbescheid schaffen Sie die juristische Basis dafür, dass der zahlungsunwillige Schuldner seine Forderung anerkennt.

Worin unterscheiden sich das gerichtliche und das außergerichtliche Mahnverfahren?

Aus einem rechtskräftig abgeschlossenen Vertrag entstehen für beide Vertragspartner Rechte und Pflichten. Bei einem Kaufvertrag hat der Verkäufer die Ware ohne Mängel zu übergeben, der Käufer hat die Ware zu zahlen. Bei einem Mietvertrag stellt der Vermieter den angemieteten Wohnraum zur Nutzung zur Verfügung, der Mieter zahlt die vereinbarte Miete zum festgelegten Zeitpunkt. Kommt der Mieter seiner Zahlungsverpflichtung nicht nach, wird er zum Schuldner: Er schuldet seinem Vermieter die Mietzahlung. Als Vermieter sind Sie in dieser Situation gehalten, Ihrem Mieter eine Mahnung mit einer Zahlungsfrist zu schicken. Aus juristischer Sicht müssen Sie lediglich einmalig mit Fristsetzung mahnen.

Mahnbescheid beantragen aber wie gesetzlicher Vertreter

In der Praxis sieht das unter Umständen anders aus, hier sind eine zweite und dritte Mahnung keine Seltenheit. Vielleicht schalten Sie auch ein Inkassobüro in den Vorgang ein und bitten darum, sich um die Beschleunigung und die Durchführung des außergerichtlichen Mahnverfahrens zu kümmern. Für viele Schuldner birgt die Beauftragung eines Inkassobüros ein gewisses Drohpotenzial, weil sie unmissverständlich andeutet, dass der Gläubiger bereit ist, seine offene Forderung mit gerichtlichen Schritten durchzusetzen. Diese Abläufe sind Teil des außergerichtlichen Mahnverfahrens, denn zu diesem Zeitpunkt sind weder Anwälte noch Gerichte in den Vorgang eingeschaltet. Sollte es durch Sie oder durch ein Inkassobüro zu einer dritten Mahnung kommen, wird spätestens in diesem Schreiben die Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens angekündigt.

Der Übergang vom außergerichtlichen Mahnverfahren zum gerichtlichen Verfahren wird durch den Mahnbescheid markiert. Durch das gerichtliche Mahnverfahren zwingen Sie Ihren Schuldner dazu, die offene Forderung anzuerkennen. Sie signalisieren außerdem die Ernsthaftigkeit Ihres Vorhabens, Ihre Außenstände zu verfolgen und sie vor der gesetzlichen Verjährungsfrist von drei Jahren zu schützen.

Wie beantragt man einen Mahnbescheid?

Für die Beantragung eines Mahnbescheids stehen Ihnen im Prinzip zwei Wege zur Verfügung: Sie können einen externen Dienstleister damit beauftragen oder den Antrag selbst online einreichen.

Wenn Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, recherchieren Sie vorab im Internet, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Es gibt heute sehr erfahrene Anwaltskanzleien, die sich auf das gerichtliche Mahnverfahren spezialisiert haben und die Ihnen die Beantragung des Mahnbescheids einschließlich der Verfolgung und der Abwicklung des gesamten Schriftverkehrs abnehmen. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, müssen Sie dem Anwalt lediglich die nötigen Verträge und Unterlagen zukommen lassen, aus denen Ihre Forderung entsteht. Außerdem wird er Sie bitten, ihm schriftlich den Auftrag zu erteilen, einen Mahnbescheid zu beantragen und das gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten und zu verfolgen. Die Einschaltung einer spezialisierten Anwaltskanzlei ist für Sie sehr bequem, wenn Sie sich nicht selbst um das Verfahren kümmern wollen.

Mahnbescheid beantragen aber wie Prozessbevollmächtigter

Wenn Sie die Angelegenheit selbst verfolgen wollen, reichen Sie den Antrag auf Erstellung eines Mahnbescheids online beim zuständigen Mahngericht ein. Der eigentliche Mahnbescheid wird auf der Basis Ihres Antrags und Ihrer vorgelegten Vertragsunterlagen erstellt und an den Empfänger zugestellt. Achten Sie darauf, das Onlineformular vollständig und korrekt auszufüllen, damit von Seiten des Mahngerichts keine Rückfragen kommen. Bei der Beantragung müssen Sie einen gültigen Wohnsitz des Schuldners angeben. Liegt Ihnen die aktuelle Adresse nicht vor, sollten Sie sie zuvor in Erfahrung bringen. Dabei helfen offizielle Auskunfteien, dort können Sie die Recherche nach der letzten Anschrift kostenpflichtig beauftragen.

Für die Erstellung des Mahnbescheids fallen Kosten an. Diese sind am Streitwert ausgerichtet und in der Gerichtskostentabelle veröffentlicht. Die Gerichtskostentabelle ist öffentlich zugänglich und auch im Internet einzusehen. Die Kosten sind nach Abschluss des gerichtlichen Mahnverfahrens vom Schuldner zu tragen.

Wie geht es nach der Beantragung weiter?

Im nächsten Schritt wird der beantragte Mahnbescheid an den Empfänger zugestellt. Mit der Zustellung beginnt eine Frist von 14 Tagen. In diesem Zeitraum hat der Schuldner Zeit zu entscheiden, wie er mit dem Mahnbescheid umgeht. Dazu hat er drei Möglichkeiten.

Mahnbescheid beantragen aber wie Justizia

Erkennt er den Mahnbescheid an, weil die Forderung auch nach seinem Verständnis Bestand hat, wird er die ausstehende Summe umgehend zahlen. Damit ist der offene Posten ausgeglichen. Gibt es für die Forderung keinen rechtskräftigen Grund, kann er Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen. In diesem Fall bleibt Ihnen nur der Weg der Klage auf Zahlung der Mietforderung übrig. Dazu sollten Sie unbedingt einen Anwalt einschalten. Juristen sprechen dann von einem streitgerichtlichen Verfahren, das entweder mit einem rechtskräftigen Urteil des Gerichts oder mit einem Vergleich beider Parteien endet. Reagiert der Schuldner nicht, bleibt Ihnen nur der Weg, einen Vollstreckungsbescheid zu beantragen. Mit einem rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid haben Sie einen juristischen Titel in der Hand, mit dem Sie die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners einfordern dürfen.

Für Sie als Vermieter ist es demnach wünschenswert, dass Ihr Mieter sofort nach der Zustellung des Mahnbescheids zahlt. Ist das nicht der Fall, haben Sie mehrere Varianten zur Auswahl, den Ausgleich Ihrer Forderung auf gerichtlichem Weg zu verlangen.

Externe Informationsquellen zu diesem Thema:




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zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

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