Mietnomade/ Mietnomaden

Nachteile langfristiger Vermietung

Sie sind der Albtraum für Vermieter: Mietnomaden, die sich weigern zu zahlen und schlimmstenfalls die Wohnung oder das Zimmer verwüstet hinterlassen. Dieser Ärger lässt sich im Vorfeld schwer erkennen. Es gibt es Tipps, die den Mietnomaden ihr falsches Spiel erschweren.

Mietnomade/ Mietnomaden

Wie Sie sich als Vermieter vor der Schlüsselübergabe schützen und welche rechtliche Handhabung im schlimmsten Fall greift, erfahren Sie hier.

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Schreckensszenario Mietnomaden – was tun?

Im Bereich der langfristigen Vermietung haben Sie als Vermieter häufiger mit Mietnomaden zu kämpfen. So werden Personen bezeichnet, die eine Unterkunft beziehen ohne die Miete zu begleichen.

Sobald ihr Spiel auffliegt, ziehen sie in die nächste Unterkunft ohne die aufgelaufenen Mietschulden zu bezahlen.

Die Gründe, die hinter diesem Verhalten stecken, variieren: Teilweise sind es sozial schwache Einzelpersonen oder Familien, die finanziell nicht in der Lage sind die Miete zu bezahlen und irgendwann die Unterkunft verlassen.

Häufiger sind es Mieter, die zahlungsfähig sind, aber die geltenden Mieterrechte missbrauchen. Meist behaupten sie, dass es angebliche Mängel an ihrem Zimmer, ihrer Wohnung oder ihrem Haus gibt und bleiben immer weniger als zwei Monatsmieten im Rückstand.

Auf diese Weise erschweren Mietnomaden das rechtliche Vorgehen der Vermieter entscheidend.

Alptraum Mietnomade - Wohnen ohne zu zahlen

Ihr großes Problem als Vermieter:

Suchen Sie für Ihr Zimmer, Ihre Wohnung oder Ihr Haus zuverlässige Mieter, schauen Sie den Menschen zu Beginn nur vor den Kopf. Oft geben Mietnomaden Ihnen vor dem Einzug bewusst falsche Angaben. Beispielsweise über das Einkommen, damit Sie sich als Vermieter für sie als neue Mieter entscheiden.

Ist der Mietvertrag unterschrieben, zeigen sie ihr „wahres Gesicht“.

Wenn Mietnomaden ihre Unterkunft verlassen, geschieht dies meist spontan, oft fluchtartig über Nacht. Damit bleiben sie unentdeckt und zur Sie können sie nicht zur Verantwortung ziehen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich Mietnomaden rein gar nicht für die Immobilie verantwortlich fühlen.

Sie hinterlassen bei ihrem Auszug zu Ihrem Ärger als Vermieter komplett vermüllte oder heruntergekommene Unterkünfte. Sie müssen diese mit viel Zeit und Geld instand setzen und renovieren, bevor Sie an neue Mieter weitervermieten.

Ich vermiete an Mietnomaden! Was kann ich tun? Wie werde ich Mietnomaden los?

Fest steht: Laut § 263 StGB (Strafgesetzbuch) ist der Mietbetrug sowie das Vortäuschen wirtschaftlich geordneter Verhältnisse, der sogenannte Eingehungsbetrug, strafbar. Dieser Betrug kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, in schweren Fällen bis zu 10 Jahren, zur Folge haben.

Laut Deutschem Mietrecht dürfen Sie als Vermieter einen Mieter nach § 543 Abs. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) fristlos kündigen, wenn:

  • der Mieter in zwei aufeinanderfolgenden Monaten mit mehr als einer Monatsmiete im Rückstand ist.
  • der Mieter insgesamt mit dem Betrag von zwei Monatsmieten im Rückstand ist.

Die Theorie funktioniert in der Praxis nur schleppend und mit vielen negativen Aspekten für Sie als Vermieter. Aufgrund von gesetzlichen Fristen, die Sie einhalten müssen, und vielen Klagen von Vermietern, die nur langsam von den Gerichten abgearbeitet werden, kann es passieren, dass Sie mehrere Monate auf Ihr vollstreckbares Räumungsurteil warten.

Ein weiterer Nachteil für Vermieter: Auch wenn der Mieter verantwortlich ist, zahlen in der Realität Sie als Vermieter die kompletten Verfahrenskosten, die Kosten für die Zwangsräumung sowie die Kosten für die Renovierung. Grund dafür ist, dass Sie diese Kosten so gut wie nie vom Mieter eintreiben können.

Um die Position von Vermietern gegenüber Mietnomaden zu stärken, ist im Mai 2013 das Mitrechtsänderungsgesetz (MietRÄndG) in Kraft getreten. Grundlage war die vom Deutschen Bundesrat beschlossene Mietrechtsreform von Februar 2013.

Durch das Mietrechtsänderungsgesetz sind Sie als Vermieter in der Lage besser gegen Mietnomaden vorzugehen, als es vorher der Fall war. Zum Beispiel werden Räumungsangelegenheiten seitdem von den Gerichten bevorzugt behandelt.

Mietern kann angeordnet werden, für die weiter anfallenden Mietzahlungen Sicherheiten zu hinterlegen (die sogenannte Sicherheitsanordnung). Kommt der Mieter dieser Verpflichtung nicht nach, haben Vermieter eine Chance auf eine schnellere Räumungs-Genehmigung.

Mietnomade / Mietnomaden Unordnung Büro Chaos

Haben Sie als Vermieter ein rechtskräftiges Räumungsurteil erhalten, beauftragen Sie in der Regel einen Gerichtsvollzieher, das Objekt zu räumen. Kaum ein zahlungsunwilliger Mieter zieht vor der Räumung freiwillig aus.

Auf Sie kommen hohe Speditions-Kosten für das Abtransportieren des Inventars und Kosten für eine Einlagerung zu. Verwahren müssen Sie selbst Gegenstände, von objektiv keinem oder nur geringem wirtschaftlichen Wert.

Seit Mai 2013 spielt in diesem Zusammenhang die „Berliner Räumung“ eine große Rolle: Sie bietet Vermietern eine preiswertere Möglichkeit der Räumung.

Durch die „Berliner Räumung“ kann der Gerichtsvollzieher den Vollstreckungsauftrag darauf beschränken, dass er den Mieter (Schuldner) „aus dem Besitz setzt“ und Sie als Vermieter (Gläubiger) „in den Besitz einweist“. Das bedeutet: Das Inventar bleibt im Zimmer / in der Wohnung / im Haus, das Schloss wird ausgewechselt und der Gerichtsvollzieher übergibt Ihnen den neuen Schlüssel.

Am Inventar des Mieters machen Sie als Vermieter nach § 562 BGB Ihr Vermieterpfandrecht geltend. Dieses beinhaltet alle Gegenstände, die in der Immobilie sind und dem Mieter gehören. Zu Ihren Gunsten gilt hier die Eigentumsvermutung.

Am Inventar des Mieters machen Sie als Vermieter nach § 562 BGB Ihr Vermieterpfandrecht geltend. Dieses beinhaltet alle Gegenstände, die in der Immobilie sind und dem Mieter gehören. Zu Ihren Gunsten gilt hier die Eigentumsvermutung..

Weiterhin gilt: Das Inventar müssen Sie zwar aufbewahren, aber Müll dürfen Sie entsorgen. Gegenstände, die Sie nicht pfänden können, wie zum Beispiel persönliche Dokumente oder Kleidung, müssen Sie verwahren und jederzeit auf Wunsch des Mieters – unbeschädigt – herausgeben. Sonst droht Schadensersatz.

Vorteilhaft ist, dass Ihre Haftung als Vermieter für das komplette, zurückgelassene Inventar auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt ist. Nach einer Frist von einem Monat können Sie pfändbare Sachen verwerten und an einen öffentlich bestellten Auktionator übergeben – eine Zwangsversteigerung müssen Sie nicht ankündigen.

Obwohl die „Berliner Räumung“ theoretisch viele Vorteile für Vermieter mit sich bringt, kommt es in der Praxis zu Problemen bei der Umsetzung. Informieren Sie sich vorher.

Wie schütze ich mich als Vermieter vor Mietnomaden?

Um sich Ärger zu ersparen, versuchen Sie als Vermieter etwaige Mietnomaden vorab zu erkennen.

Mietnomade/ Mietnomaden Schutz

Um sich im Vorfeld gegen Mietnomaden zu schützen und den Wahrheitsgehalt der Mieter-Angaben zu kontrollieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Tipps:

  • Bankauszüge vom Mieter verlangen (zum Beispiel von den Abbuchungen der letzten Mieten)
  • Einkommens-Abrechnungen vom Mieter anfordern
  • Mieter- / Bonitätsprüfung bzw. Insolvenzprüfung durch eine Auskunft einholen
  • Besuch in der aktuellen Unterkunft des zukünftigen Mieters
  • Persönliches Gespräch mit dem aktuellen / ehemaligen Vermieter über den Mieter
  • Kaution als Mietsicherheit vom Mieter verlangen
  • Übergabe des Schlüssels von der Unterkunft von der Zahlung der ersten Monatsmiete abhängig machen: Erste Zahlung muss vor der Schlüsselübergabe erfolgen (Entscheidung vom Bonner Landgericht, 2009)
  • Mietnomaden-Versicherung abschließen – ersetzt durch den Mieter verursachte Mietausfälle und Schäden teilweise oder komplett (Anwalts- und Gerichtskosten sind nicht abgedeckt)

In der Praxis können diese Vorgehensweisen zu folgenden Problemen führen:

  • Eine Bonitätsprüfung verursacht Ihnen hohe Kosten und kann Mängel beinhalten.
  • Durch eine Prüfung des Mieters im Vorfeld kann aufgrund des Misstrauens von Anfang an ein schlechtes Verhältnis zwischen Ihnen und Mieter entstehen – eventuell springen interessierte Mieter deswegen ab und suchen sich eine andere Unterkunft.
  • Schwer vermittelbare Mietobjekte mit einer schlechten Lage und Ausstattung eignen sich oft nur für Mieter, die nicht sehr liquide sind – ansonsten würde die Unterkunft leer stehen.
  • Eine „Prüfung“ des Mieters kann als datenschutzrechtlich bedenklich angesehen werden.
Eine zuverlässige Statistik über die reelle Anzahl von Mietnomaden in Deutschland ist nicht vorhanden. Viele Fälle werden nicht offiziell gemeldet, weil zahlreiche Vermieter den langwierigen Rechtsweg vermeiden wollen. Es wird angenommen, dass die Dunkelziffer beim Thema Mietnomaden sehr hoch ist.

Tipp: Eine Möglichkeit sich vor Mietnomaden zu schützen ist der Umstieg von der Langezeitvermietung auf die Kurzzeitvermietung an Monteure, Handwerker und andere Berufsreisende. Hier haben Sie wesentlich mehr Rechte, zudem ist die Vermietung von Monteurzimmern lukrativer als die langfristige Vermietung an Privatpersonen und Familien.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, lesen unsere weiteren Artikel oder rufen Sie uns unter der Telefonnummer +49 (0)228 - 7487 1780 an, unser Team berät Sie gerne!

Sie sind der Albtraum für Vermieter: Mietnomaden. Es gibt es Tipps, die den Mietnomaden ihr falsches Spiel erschweren. Wie Sie sich als Vermieter vor der Schlüsselübergabe schützen und welche rechtliche Handhabung im schlimmsten Fall greift, erfahren Sie hier.

Um die Position von Vermietern gegenüber Mietnomaden zu stärken, ist im Mai 2013 das Mitrechtsänderungsgesetz (MietRÄndG) in Kraft getreten. Mietern kann angeordnet werden, für die weiter anfallenden Mietzahlungen Sicherheiten zu hinterlegen (die sogenannte Sicherheitsanordnung). Kommt der Mieter dieser Verpflichtung nicht nach, haben Vermieter eine Chance auf eine schnellere Räumungs-Genehmigung. Lesen Sie hier mehr.

Um den Wahrheitsgehalt der Mieter-Angaben zu kontrollieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Tipps: Bankauszüge vom Mieter verlangen (zum Beispiel von den Abbuchungen der letzten Mieten)
· Einkommens-Abrechnungen vom Mieter anfordern
· Mieter- / Bonitätsprüfung bzw. Insolvenzprüfung durch eine Auskunft einholen
· Besuch in der aktuellen Unterkunft des zukünftigen Mieters
· Persönliches Gespräch mit dem aktuellen / ehemaligen Vermieter über den Mieter
· Kaution als Mietsicherheit vom Mieter verlangen
· Übergabe des Schlüssels von der Unterkunft von der Zahlung der ersten Monatsmiete abhängig machen
· Mietnomaden-Versicherung abschließen.

Eine Möglichkeit sich vor Mietnomaden zu schützen ist der Umstieg von der Langezeitvermietung auf die Kurzzeitvermietung an Monteure, Handwerker und andere Berufsreisende. Hier haben Sie wesentlich mehr Rechte, zudem ist die Vermietung von Monteurzimmern lukrativer als die langfristige Vermietung an Privatpersonen und Familien.