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Neue Abmahnwelle gegen Vermieter von Monteurzimmern und Ferienwohnungen wegen des Gäste-Internets

Als Vermieter von Monteurzimmern oder Ferienwohnungen wissen Sie nur zu gut, dass es den Gästen von heute nicht nur auf ein gemütliches und sauberes Zimmer ankommt. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird es immer wichtiger, den Gästen ebenfalls einen Zugang zu einem WLAN-Hotspot zu gewähren. Als Vermieter gehen Sie dabei jedoch unter Umständen ein großes Risiko ein. Aktuell ist es wieder einmal zu einer großen Abmahnwelle gegen Vermieter von Monteurzimmern und Ferienwohnungen gekommen, die durch das Verhalten der Gäste im Internet begründet wurde.

Wieso werden die Abmahnungen ausgesprochen?

In der heutigen Zeit wird für viele alltägliche Tätigkeiten ein Zugang zum Internet benötigt. Manche Gäste, denen Sie ein Zimmer vermieten, benötigen das Internet für ihre Arbeit oder zum Kontakt mit Freunden und Verwandten. Unabhängig von den individuellen Umständen gewährt die Nutzung des Internets jedem Menschen einen großen Nutzen. Nicht jeder dieser Vorteile ist jedoch rechtlich unbedenklich. Die meisten Menschen scheuen sich jedoch davor, etwas Unrechtmäßiges im Internet zu tun, da sie eine Verfolgung ihrer Straftaten befürchten. In einem freien und anonymen Netzwerk hingegen werden diese Vorbehalte schnell abgeworfen.

Immer wieder kommt es dazu, dass Gäste das WLAN ihrer Vermieter rechtswidrig dazu nutzen, um sich kostenfrei Musikstücke, Filme und Unterhaltungselektronik herunterzuladen oder sich einen illegalen Zugang zu fremden Netzwerken zu verschaffen. Aktuell ist es zu einer signifikanten Steigerung der illegalen Aktivitäten im Internet gekommen, weshalb diese große Abmahnwelle ausgelöst wurde.

Warum werden die Vermieter statt ihrer Mieter belangt?

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In Deutschland kann man rechtlich nicht für ein Fehlverhalten belangt werden, was ein Dritter ausgeübt hat. Dennoch werden aktuell zahlreiche Vermieter abgemahnt und müssen hohe Kosten tragen, weil einige ihrer Mieter illegalen Aktivitäten im Internet nachgegangen sind. Das liegt an der sogenannten Störerhaftung. Diese greift immer dann, wenn eine illegale Handlung nicht selbst durchgeführt, aber dafür erst ermöglicht wurde. Für den Gesetzgeber ist hierbei die Faktenlage eindeutig. Ihr Mieter hätte die illegale Handlung nicht durchführen können, wenn Sie ihm keinen Zugang zum Internet gewährt hätten. Hierbei spielt es keine Rolle, dass Sie Ihren Gästen einen Zugang zum Internet gewähren müssen, um nicht von einem langfristigen Leerstand betroffen zu sein.

Der Mieter kann in diesen Fällen nicht belangt werden, da in den meisten Fällen nicht vollständig bewiesen werden kann, dass er diese Handlungen durchgeführt hat. Aus diesem Grund entgehen die meisten Mieter einer Bestrafung ihrer illegalen Handlungen und Sie als Vermieter müssen allein für die entstandenen Kosten haften. Nach deutschem Gesetz ist nämlich jeder Nutzer des Internets dazu verpflichtet, seinen Zugang vor einem unbefugten Zugriff zu schützen.

Wer ist von diesen Abmahnwellen betroffen?

Von den Abmahnwellen sind leider nicht nur Vermieter betroffen, die Ihren Gästen einen uneingeschränkten anonymen Zugriff auf das hauseigene WLAN gewährt haben. Jeder Vermieter über dessen Netzwerk illegal Daten ausgetauscht wurden oder unbefugt auf die Daten Dritter zugegriffen wurde, ist von der aktuellen Abmahnwelle betroffen. Viele der Betroffenen haben ihren Gästen dabei noch nicht einmal einen Zugang zum Internet bereitgestellt.

Laut Rechtsprechung sind Sie grundsätzlich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sich kein Dritter unbefugten Zugang zu Ihrem Netzwerk verschaffen kann. Hierbei muss demnach gleichermaßen dafür gesorgt werden, dass der Zugang zum Internet durch ein sicheres Passwort geschützt ist und dass dieses nicht von Unbefugten ausgespäht werden kann. Aus diesem Grund sind ebenfalls viele Vermieter betroffen, die ein Zimmer ihres Hauses an Gäste vermietet haben, während sie selbst in einem anderen Teil des Gebäudes wohnen und dort ein freies oder nicht ausreichend geschütztes Internet nutzten.

Wie läuft eine solche Abmahnung ab?

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Die Abmahnung von illegalen Handlungen im Internet kann eine lange Zeit in Anspruch nehmen. In der Regel agieren die Anwaltskanzleien jedoch bereits gegen Sie, bevor Sie den Verstoß selbst festgestellt haben. Mit einem Eilverfahren werden gerichtliche Beschlüsse erwirkt, die den Abmahnanwälten Zugang zu ihrem Anschluss und Ihrer Datentechnik gewähren. In der Regel arbeiten diese mit speziellen Ermittlungsunternehmen zusammen, die alle notwendigen Daten für eine erfolgreiche Abmahnung bereits im Vorfeld gegen Sie sammeln. Dabei sind Ihre Chancen, sich ohne die Hilfe eines Anwaltes gegen dieses Verhalten zu wehren, faktisch nicht vorhanden. Das liegt daran, dass diese Maßnahmen ausschließlich dem Schutz von Urheberrechten dienen.

Den ersten Kontakt zu einem Abmahnanwalt erhalten Sie erst dann, wenn bereits alles zu spät ist. Dieser geschieht durch ein schriftliches Abmahnschreiben, in welchem Sie zur Zahlung einer verhältnismäßig geringen Strafe und hohen Anwaltskosten für die Tätigkeit des Abmahnanwaltes verpflichtet werden. Diese Situation ist sehr ernst. Aus diesem Grund sollten Sie das Schreiben des Anwalts weder ignorieren noch sich selbst verteidigen. Hierbei wird grundsätzlich die Hilfe eines auf Urheberrecht spezialisierten Anwalts erforderlich.

Wie Sie sich vor einer Abmahnung schützen können

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Der einfachste Weg, um sich vor einer dieser Abmahnungen zu schützen, besteht darin, den Gästen keinen Zugang zum Internet zu gewähren und das Passwort für den eigenen Zugang zum Internet sicher zu verwahren. Für viele Vermieter von Monteurzimmern oder Ferienwohnungen ist dies jedoch keine adäquate Lösung, da dadurch die Attraktivität ihrer Räumlichkeiten stark abfällt.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung eines sicheren und zurückverfolgbaren Internetzugangs. Da Sie als Vermieter Ihre Mieter nicht überwachen dürfen und dadurch nicht sicherstellen können, dass diese keine illegalen Handlungen im Internet durchführen, müssen Sie die Strafverfolgung so gut wie möglich erleichtern und illegalem Verhalten dadurch vorbeugen. Um die Provider bestimmter Anbieter nutzen zu können, müssen Ihre Gäste persönliche Daten hinterlassen, die eine eindeutige Rückverfolgung und Zuordnung von deren Aktivitäten im Internet zulassen. Im Falle einer illegalen Handlung können Sie dadurch nachweisen, welcher Ihrer Gäste zu der fraglichen Zeit Ihren Internetzugang nutzte und was dieser in dieser Zeit im Internet gemacht hat.

Die meisten Mieter von Monteurzimmern und Ferienwohnungen wollen jedoch nicht ihre persönlichen Daten für einen Zugang zum Internet angeben. Aus diesem Grund besteht ebenfalls die Möglichkeit der Installation eines professionellen Providers. Mit diesen Geräten können Sie einen individuellen Zugangsschlüssel generieren und diesen für Ihre Gäste über eine im Vorfeld definierte Zeitspanne aktivieren. Dieser Zugangsschlüssel wird anschließend intern Ihrem Gast zugeordnet, damit im Falle einer illegalen Handlung nachgewiesen werden kann, welcher Ihrer Gäste diese durchgeführt hat. Sofern Sie Ihre Gäste darüber informiert haben, dass deren Nutzung des Internets zurückverfolgt werden kann, entgehen Sie einer Abmahnung aufgrund einer Störerhaftung.




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zuletzt aktualisiert: 08.11.2017

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