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PSA-Benutzungsverordnung:
Schutzausrüstung rettet Leben


PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben

In vielen Berufen ist eine bestimmte Arbeitskleidung üblich, doch nicht überall ist sie als Schutzkleidung vorgeschrieben. Ein Arzt in der Praxis beispielsweise trägt vielleicht das Arzt-Shirt zur Jeans – dies weist ihn aber nur als zur Praxis gehörig aus. Schutzkleidung ist das nicht! Das Arbeitsschutzgesetz sieht aber in bestimmten Bereichen das Tragen von derartiger Kleidung vor und hält diesbezügliche Vorschriften in der PSA-Benutzungsverordnung fest.

Allgemeines zur PSA-Benutzungsverordnung

PSA steht für „persönliche Schutzausrüstung“. Diese soll Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer sicherstellen, wenn sie ihren Aufgaben nachkommen. Doch nicht nur die Arbeitnehmer selbst, sondern auch der Arbeitgeber muss teilweise die persönliche Schutzausrüstung tragen, wenn er beispielsweise in bestimmte Unternehmensbereiche geht: Ein Besuch der Fertigung verlangt eventuell das Tragen von Schuhen mit Stahlkappen, der Besuch im Labor das Tragen eines Mundschutzes.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Persönliche Schutzausrüstung

Die Benutzung von Schutzausrüstung muss durch den Arbeitgeber ermöglicht werden, dies regelt die PSA-Benutzungsverordnung explizit. Dabei ist Schutzausrüstung für einzelne Tätigkeiten, die eine besondere Gefahr für Gesundheit und Sicherheit darstellen vorgeschrieben, in anderen Bereichen ist es sinnvoll, sie zu tragen.

Geltungsbereich der PSA-Benutzungsverordnung

Die PSA-Benutzungsverordnung regelt die Anwendung einer persönlichen Schutzausrüstung und bezeichnet damit sämtliche Arten von Ausrüstungsgegenständen, die die Beschäftigten vor akuten Verletzungen schützen sollen. Außerdem ist damit der Schutz vor Berufskrankheiten möglich.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Berufskrankheiten

Die PSA-Benutzungsverordnung unterscheidet zwischen nötiger Schutzausrüstung und Berufskleidung, die nicht dem persönlichen Schutz dient. Der § 1 der Verordnung listet daher auf, was nicht als persönliche Schutzausrüstung zu bezeichnen ist:

  • Ausrüstung, die durch Not- und Rettungsdienste für die Verrichtung ihrer Arbeit benötigt wird
  • Schutzkleidung für Sportler
  • Kleidung und Ausrüstungsgegenstände zur Selbstverteidigung oder Abschreckung
  • Aufspür- und Anzeigegeräte für die Suche nach Gefahrenstoffen sowie nach Gefahren
  • Kleidung und Uniformen, die nicht dem speziellen Schutzzweck laut PSA-Benutzungsverordnung dienen

Gesonderte Richtlinien gelten auch für die Angehörigen von Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren Einrichtungen des öffentlichen Dienstes sowie der öffentlichen Sicherheit. Diese werden nicht in der PSA-Benutzungsverordnung erfasst und unterliegen eigenen Vorgaben und Verordnungen.

PSA-Benutzungsverordnung: Pflichten des Arbeitgebers

Die Pflichten des Arbeitgebers in Bezug auf die persönliche Schutzausrüstung der Arbeitnehmer sind in den Paragrafen 3, 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes geregelt. Hiernach ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Angestellten die passende Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen, wobei die Ausrüstung voll funktionsfähig sein muss und nicht selbst Grund für das Entstehen einer neuen Gefahr.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Paragraf

Des Weiteren ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung auf den jeweiligen Arbeitsplatz anzupassen. Handschuhe und Schuhwerk, die in einem Labor zum Einsatz kommen, müssen den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen und vor den wichtigsten Gefahren an dem betreffenden Einsatzort schützen. In einem Labor können das ätzende Substanzen sein.

In der Produktion hingegen können schwere Gegenstände nach unten fallen, daher müssen die Schuhe den hohen Anforderungen genügen und die geforderte Sicherheitsstufe erfüllen.

Wichtig: Persönliche Schutzausrüstung muss dem aktuellen Stand des Wissens und der Technologie in Bezug auf die Ergonomie und auf gesundheitliche Anforderungen der Arbeitnehmer entsprechen. Arbeitgeber dürfen daher keine noch am Lager befindliche Schutzausrüstung ausgeben, die den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügt, nur weil diese „eben noch vorhanden“ ist.

Die PSA-Benutzungsverordnung gibt vor, dass die persönliche Schutzausrüstung individuell zu ihrem Träger passen muss und bei Bedarf auf die einzelne Person angepasst wird.

Die PSA-Benutzungsverordnung gibt vor, dass die persönliche Schutzausrüstung individuell zu ihrem Träger passen muss und bei Bedarf auf die einzelne Person angepasst wird. Auch hygienische Probleme müssen ausgeschlossen werden. Dieser Punkt wird dann relevant, wenn mehrere Personen die gleiche Schutzausrüstung tragen sollen. Der Leiter des Unternehmens ist dazu verpflichtet, die Schutzausrüstungen aufeinander abzustimmen und dabei zu berücksichtigen, dass sie sich in ihrer Wirkung nicht gegenseitig aufheben. Des Weiteren sind Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, sobald sie nötig sind. Gegebenenfalls ist ein Austausch der Schutzausrüstung vorzunehmen.

Arbeitgeber müssen eine Betriebsanweisung nach PSA-Benutzungsverordnung vornehmen. In dieser werden die Arbeitnehmer zum Tragen der Schutzausrüstung angehalten und auf mögliche Gefahren bei Nichttragen hingewiesen. Dafür können die Mitarbeiter auch zu besonderen Schulungen entsandt werden, die unter anderem von der gesetzlichen Unfallversicherung veranstaltet werden.

Welchen Anforderungen muss die persönliche Schutzausrüstung genügen?

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, seinen Angestellten nach PSA-Benutzungsverordnung eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Die Auswahl der Ausrüstung fällt dabei in seinen Aufgabenbereich.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Definition

Als Schutzkleidung wird definiert, was

  • vor Gefahren schützt
  • selbst keine Gefährdung darstellt
  • im jeweiligen Arbeitsumfeld praktisch und zweckdienlich ist
  • den ergonomischen und gesundheitlichen Anforderungen der Beschäftigten entspricht
  • auf die individuelle Größe des Angestellten passt
  • nur von einer Person benutzt wird
  • bei Benutzung durch mehrere Personen keine Gesundheitsgefahr und kein Hygieneproblem mitbringt
  • auf andere Schutzausrüstungen so abgestimmt ist, dass nichts in der Wirkung beeinträchtigt wird.

Des Weiteren muss der Arbeitgeber die „Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen“ berücksichtigen.

Betriebsanweisung durch den Arbeitgeber

Die PSA-Benutzungsverordnung sieht eine Betriebsanweisung durch den Arbeitgeber vor und regelt dies in § 3. Der Arbeitgeber ist also dafür zuständig, dass die Mitarbeiter über das Tragen der Schutzkleidung und über mögliche Gefahren informiert sind. Die Angestellten müssen von jedem einzelnen Bestandteil der Schutzausrüstung wissen, wie sie es richtig benutzen und welchem Einsatzzweck es dient.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Betriebsanweisung

Die Unterweisung kann durch den Arbeitgeber selbst durchgeführt werden, durch eine fachkundige Person oder im Rahmen der oben bereits erwähnten Schulung. Wichtig: Die PSA-Benutzungsverordnung sieht vor, dass die erforderlichen Informationen in „verständlicher Form und Sprache“ bereitgehalten werden müssen. Eine Einweisung, die vor lauter Fachausdrücken keiner der Angestellten versteht, ist daher nicht als solche anzuerkennen.

Verschiedene Kategorien der PSA-Benutzungsverordnung

Die PSA-Benutzungsverordnung sieht unterschiedliche Kategorien vor, in die die Arbeitsmittel der Angestellten eingeteilt werden. Diese Kategorien entsprechen den Vorgaben der Europäischen Richtlinie 89/686/EWE und sind als Schutzstufen zu verstehen. Die Einteilung der Arbeitsmittel in die einzelnen Kategorien erfolgt nach deren Schweregrad einer möglichen Verletzung.

PSA-Benutzungsverordnung: Schutzausrüstung rettet Leben Kategorien

Die folgenden Kategorien sind in der PSA-Benutzungsverordnung zu finden:

  • Kategorie 1
    Die Schutzausrüstung der Kategorie 1 hat den Zweck, die Beschäftigten vor einer leichten Gefährdung zu schützen. Hier sind Gartenhandschuhe als Schutz vor Schnittverletzungen oder Laborhandschuhe als Schutz vor Säuren einzuordnen. Gängige Gefahren der Kategorie 1 sind mechanische Verletzungen, der Kontakt mit heißen Gegenständen oder die Schädigung des Augenlichts durch Arbeiten unter verschiedenen Witterungsbedingungen.
  • Kategorie 2
    Die Ausrüstung, welche nicht in die erste, aber auch nicht in die dritte Kategorie passt, gehört in die Kategorie 2. Sicherheitsschuhe, Helme und Gehörschutz sind Beispiele für Schutzausrüstungen dieser Eingruppierung. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Schutzausrüstungen, die individuell auf einzelne Personen zugeschnitten sind.
  • Kategorie 3
    Schutzkleidung, die vor tödlichen Gefahren bzw. vor schweren gesundheitlichen Schäden schützt, gehört in die Kategorie 3. Den Gefahren, vor denen diese Schutzausrüstung schützt, ist gemein, dass sie vom Beschäftigten meist nicht realistisch eingeschätzt werden. Die Arbeit unter Sauerstoffmangel, Herabstürzen aus großen Höhen oder auch die Gefahr eines elektrischen Stromschlags werden häufig unterschätzt. Die Arbeitsmittel der Kategorie 3 schützen vor den Folgen möglicher Unfälle. Arbeitgeber müssen den Beschäftigten teils drastisch vor Augen führen, was bei Nichttragen der Schutzausrüstung passieren kann bzw. wie hoch das Gesundheitsrisiko bei den entsprechenden Tätigkeiten ist. Die Schutzausrüstung der Kategorie 3 soll beispielsweise vor ionisierender Strahlung, vor heißer Umgebung, vor kalter Umgebung, vor Schnittverletzungen, Lärm, Projektilen und biologischen Gefahrenstoffen schützen.

Arbeitgeber müssen den Beschäftigten immer wieder klarmachen, wie wichtig Arbeitssicherheit ist und dass das Tragen geeigneter Schutzausrüstung unabdingbar für die Gesundheit jedes Einzelnen ist. Die Einteilung der Arbeitsmittel und Schutzausrüstungen in die einzelnen Kategorien ist nicht in jedem Fall ganz einfach vorzunehmen. Arbeitgeber können auf die Leitlinie der Europäischen Kommission zurückgreifen, wenn sie sich unsicher sind und die PSA-Benutzungsverordnung nicht richtig umzusetzen wissen.


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zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

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