Schadensersatz bei der Vermietung

Schaden an der Einrichtung? Schaden durch Mietausfall? Schadenersatz!

Bei der Vermietung von Monteurzimmern und Ferienwohnungen kann es unter Umständen zu einem Schaden durch ein Verhalten des Mieters kommen. Nicht immer geschieht diese Schädigung willentlich oder wissentlich.

Dennoch haben Sie als Vermieter eines Monteurzimmers oder einer Ferienwohnung das Recht, einen Schadensersatz für die entstandenen Schäden einzufordern.

Schadenersatz für Vermieter

Wann habe ich als Vermieter das Recht auf Schadensersatz?

Als Vermieter haben Sie in zahlreichen Fällen ein begründetes Recht auf Schadensersatz vom Mieter. Hierbei ist unerheblich, ob der Mieter den Schaden absichtlich oder unwissentlich verursacht. Sobald Ihnen ein Schaden entsteht, der auf einem Verhalten des Mieters beruht, besitzen Sie einen Anspruch auf Schadensersatz.

Bei Monteurzimmern und Ferienwohnungen treten hierbei Fälle häufiger auf als bei anderen Immobilien. Den meisten Vermietern ist nicht bewusst, dass Sie Ihre Mieter auch belangen können, wenn durch deren Handlungen kein direkter Schaden entstanden ist, sondern Sie den Schaden erst über Umwege bemerken.

Die häufigsten Schadensquellen, aus denen ein Schadensersatzanspruch entsteht:

  • die verbindliche Buchung kommt nicht zustande.
  • die verbindliche Buchung wird nicht ordnungsgemäß eingehalten.
  • der Mieter beschädigt die Mietsache.
  • der Mieter hinterlässt Gegenstände in der Mietsache.
  • aufgrund des Verhaltens des Mieters entsteht ein Mietausfall.

Recht auf Schadensersatz, wenn eine verbindliche Buchung nicht zustande kommt

Bei Monteurzimmern und Ferienwohnungen hat sich ein unerfreuliches Verhalten bei vielen Interessenten etabliert. Die wenigsten besichtigen ausschließlich ein einziges Objekt und entscheiden sich eindeutig für oder gegen dieses. In der Regel besichtigen potentielle Mieter mehrere Objekte und vergleichen diese miteinander.

An dieser Verhaltensweise ist vorerst nichts falsch, jedoch gehen die potentiellen Mieter ein gewisses Risiko ein. Interessieren sie sich für mehrere Objekte und erteilen niemandem eine verbindliche Zusage, ist das bevorzugte Objekt unter Umständen belegt, wenn die Entscheidung fällt.

Schadenersatz für Vermieter Handshake

Einige Mieter geben jedem Vermieter eine verbindliche Zusage und entscheiden sich anschließend in aller Ruhe für eines der Objekte. Für Sie als Vermieter entsteht dadurch ein großes Ärgernis.

Hat ein Mieter Ihnen eine verbindliche Zusage erteilt, sind Sie an diese Zusage gebunden. Sie dürfen das Objekt nicht an einen anderen Interessenten vermieten, obwohl der Mieter den Mietvertrag noch nicht unterzeichnet hat. Weiteren Interessenten müssen Sie absagen und verlieren deren Interesse.

Kommt die vereinbarte Vermietung nicht zustande, haben Sie durch die falsche Zusage des potentiellen Mieters einen Schaden erlitten.

Die Rechtslage ist eindeutig. Gibt Ihnen ein Mieter eine verbindliche Zusage zur Mietung Ihres Objektes, ist er an diese gebunden und muss den Mietvertrag zu den vereinbarten Konditionen unterschreiben.

Der häufigste Grund für eine Absage besteht darin, dass der Mieter sich auf mehrere Objekte bewirbt und kurzfristig ein anderes bevorzugtes Objekt frei wird. Dies stellt keinen triftigen Grund für die Absage einer verbindlichen Zusage dar.

Verweigert der Mieter die Unterzeichnung des Mietvertrags nach einer verbindlichen Zusage ohne Grund, haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz.

Schadensersatz, wenn verbindliche Zusagen nicht eingehalten werden

Sowohl mit der verbindlichen Zusage als auch mit der Unterzeichnung des Mietvertrags verpflichtet sich der Mieter zur Mietung Ihrer Räumlichkeiten entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen. Da Ferienwohnungen weit im Voraus gemietet werden, kann es auf der Seite des Mieters zu Verzögerungen und zeitlichen Einschränkungen kommen.

Ein unter Vermietern von Monteurzimmern und Ferienwohnungen weit verbreitetes Problem besteht darin, dass die Mieter trotz Zusage nicht anreisen oder verfrüht abreisen. Sie wollen dann nur einen Teil der vereinbarten Miete zahlen.

Mietet jemand Ihre Räumlichkeiten für zwei Wochen und will bereits nach einer Woche abreisen, kann er nicht ähnlich einem Hotel auschecken, sondern muss die Miete für den gesamten Zeitraum tragen.

Die Miete eines Monteurzimmers oder einer Ferienwohnung ist nicht an den tatsächlichen Aufenthalt der Mieter gebunden. Mietet jemand Ihre Räumlichkeiten für zwei Wochen und will nach einer Woche abreisen, kann er nicht ähnlich einem Hotel auschecken. Er muss die Miete für den gesamten Zeitraum tragen.

Rechtlich besteht bei der Miete einer Immobilie für den Mieter lediglich die Möglichkeit der freien Nutzung der Räumlichkeiten während des Mietzeitraums. Ob sich der Mieter während dieser Zeit in den Mieträumen befindet, ist unerheblich.

Erteilt einer Ihrer Mieter eine verbindliche Zusage für einen vereinbarten Zeitraum, hat er für den gesamten Zeitraum zu zahlen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, können Sie Schadensersatz einfordern.

Wie verhalte ich mich als Vermieter in diesen Situationen?

Gehen Sie vorerst auf den Mieter zu und informieren diesen über Ihren Anspruch auf Schadensersatz. Entscheidend ist hierbei, dass Sie den Schaden, der Ihnen entstanden ist, exakt beziffern.

Rechtlich betrachtet ist ein Schadensersatz die Ersatzleistung für einen real entstandenen Schaden. Dieser Schaden muss in voller Höhe entstanden sein und einen exakten Wert besitzen. Der Mieter ist verpflichtet, diesen exakt bestimmbaren Wert zu entschädigen.

Schadenersatz für Vermieter Verhalten Situation

Reist der Mieter nicht an, kommen im Wesentlichen zwei unterschiedliche Kostenpunkte auf Sie zu. Nachdem Sie sicherstellen, dass sich der Mieter nicht verspätet, sondern tatsächlich nicht anreist, können Sie eine weitere Anzeige zur Vermietung aufgeben und Ihr Monteurzimmer oder Ihre Ferienwohnung wieder anbieten.

Dies gilt nur, wenn der Mieter noch keinen Mietvertrag unterzeichnet hat. Sollte er dies bereits getan haben, so ist der Mietvertrag bindend und Sie besitzen eine gewöhnliche Forderung gegen Ihren Mieter.

Nachdem Sie sich auf die Suche nach einem neuen Mieter gemacht haben, informieren Sie Ihren eigentlichen Mieter über die Höhe der Kosten für die erneute Anzeige.

Finden Sie einen neuen Mieter während der Zeit, in der Ihre Räumlichkeiten von dem ursprünglichen Mieter gemietet gewesen wären, erlischt Ihr Anspruch auf Schadensersatz mit dem Tag, an dem Sie die Immobilie wieder vermieten. Der Schadensersatzpflichtige muss hierbei Ihren Mietausfall bis zu dem Zeitpunkt der nächsten Vermietung begleichen.

Wenn Sie sämtliche Kosten erhoben haben, die durch das unrechtmäßige Verhalten des Mieters entstanden sind, fordern Sie diese Summe von der entsprechenden Person. Gewähren Sie hierfür eine Frist, um die Schuld zu begleichen. Erst, wenn diese abgelaufen ist, fordern Sie die Schuld gerichtlich ein.

An welche Stellen wende ich mich?

Um Ihren Anspruch auf Schadensersatz vor Gericht einzufordern, erheben Sie eine Klage beim zuständigen Amtsgericht. Hierfür wenden Sie sich entweder direkt an das Gericht oder suchen einen Rechtsanwalt auf.

In der Regel lohnt es sich immer, die Klage nicht selbstständig zu erheben, sondern sich von einem Rechtsanwalt unterstützen zu lassen. Wenden Sie sich nicht an einen Anwalt, müssen Sie komplizierte Formulare selbstständig ausfüllen, um Ihren Schadensersatz geltend zu machen.

Schadenersatz für Vermieter Rechtsanwalt

Letztlich können Sie sich ebenfalls an einen Vermieterverein wenden. In diesen sind zahlreiche Vermieter organisiert, die ebenfalls Erfahrungen mit der gerichtlichen Einforderung des Schadensersatzanspruchs gemacht haben. Auch dort wird Ihnen weitergeholfen.

Wie läuft die Klage auf Schadensersatz ab?

Beim zuständigen Amtsgericht gibt es ganze Formularkataloge, die eine ordnungsgemäße Klage auf Schadensersatz ermöglichen. Hier suchen Sie sich die passenden Unterlagen heraus und füllen diese ordnungsgemäß aus. Im Zuge dessen werden wichtige Informationen erhoben, die dem Richter später als Entscheidungsgrundlage dienen.

Folgenden Unterlagen sind bei einer Klage von großer Bedeutung

  • Klageschrift
  • PKH Antrag
  • substantiierter Vortrag
  • substantiiertes Bestreiten
  • korrekter Beweisantritt
  • Beweis über die richtige Handhabung des Falls bei Säumnis des Mieters
  • Streitverkündung
  • Klageerweiterung
  • Antrag zur Vollstreckungserleichterung.

Die Aufnahme der Klage vom Rechtshelfer am Gericht ist kostenfrei. Sie tragen lediglich die entstehenden Gerichtskosten.

Alternativ wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt. Dieser übernimmt den gesamten bürokratischen Aufwand für Sie und weiß, welche Formulare er ausfüllen muss.

Ein guter Rechtsanwalt kennt viele hilfreiche und nützliche Tricks, um Ihnen den Prozess zu erleichtern. Er kann unter anderem einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen, damit Sie nicht die Gerichtskosten tragen.

Worauf achte ich hierbei?

Bei der Einforderung Ihres Schadensersatzanspruchs achten Sie stets darauf, dass Sie sich auf einen tatsächlichen bereits entstandenen Schaden beziehen. Dieser Schaden muss eindeutig bezifferbar sein und vom Schuldner eingefordert werden.

Achten Sie ebenfalls auf eine ausreichende Frist. Hierbei reichen zwei bis vier Wochen aus, um den Anspruch vor Gericht durchzusetzen.

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Wenn Sie sich entscheiden, ob Sie einen Rechtsanwalt aufsuchen oder die Klage selbst am zuständigen Amtsgericht stellen, beachten Sie, welche Vor- und welche Nachteile dies für Sie hat.

Die Beschäftigung eines Rechtsanwaltes ruft Kosten hervor, die Sie einsparen, wenn Sie die Klage selbst von einem Rechtspfleger aufnehmen lassen. Aber der Anwalt kennt Anträge, die Ihnen Kosten ersparen.

Außerdem wissen Sie nicht, ob sich Ihr Mieter von einem Anwalt vor Gericht vertreten lässt. Selbst bei positiver Rechtslage kann es schwierig werden, ohne Anwalt einen Prozess gegen einen Gegner zu gewinnen, der über einen guten Anwalt verfügt.

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