Work Safe 2016 Deutschland Monteurzimmer
Artikel drucken / herunterladen

Ruhezeiten in der Ferienwohnung –
die Krux mit der Hausordnung

Wer eine Wohnung oder ein Zimmer vermieten möchte, wird als eine der wichtigsten Tätigkeiten zur Vorbereitung eine eigene Hausordnung erlassen. Hieraus ist für künftige Mieter ersichtlich, welche Verhaltensweisen erwünscht sind – und welche besser vermieden werden sollten. Einen zentralen Punkt in dem Dokument nimmt stets die Festlegung der Ruhezeiten ein.

Denn damit sollen die Gäste geschützt und das friedliche Zusammenleben aller Anwesenden sichergestellt werden. Aber das Ausformulieren des Inhaltes kann Probleme auslösen. So ist in einigen Städten und Gemeinden nicht ganz klar ersichtlich, ob der Rasenmäher zur Mittagsstunde angeworfen werden kann oder ob das Radio auch am Abend noch etwas lauter spielen darf.

Zurück zur Übersicht

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung

Wenn es wieder mal etwas lauter wird

Vermieter von Ferienwohnungen und Monteurzimmern sind sich weitgehend einig: An sich ist es gar nicht so schwierig, eine Hausordnung für die angebotene Immobilie zu erstellen. Schnell zeigt sich, welche Normen und Verbote wichtig erscheinen. So darf der Mieter zwar die Waschmaschine auf der Etage nutzen und im Hof des Gebäudes rauchen – nimmt er aber Haustiere mit in sein Domizil, riskiert er die sofortige Beendigung des Mietverhältnisses. Innerhalb geltender Gesetze kann der Hausverwalter – mithin also der Eigentümer der Wohnung oder der Vermieter – eigene Regeln aufstellen. Das gelingt allerdings nicht immer ganz mühelos.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung Fußball schauen Jungs Monteure Handwerker

Komplikationen treten meist bei den Vorgaben zur Lärmbelästigung auf. Auch der Umkehrschluss klappt nicht eben leichter: Das Festlegen solcher Zeiten, in denen Geräusche auftreten können, ist an unterschiedliche Kriterien geknüpft. Zwar kann der Vermieter auch hierbei seinen Wünschen freien Lauf lassen. Er darf vertraglich fixieren, was er für richtig hält. Unterschreibt der Mieter den Kontrakt, willigt er in diese Vorgaben ein.

Doch zu beachten ist gleichfalls, dass die Vertragsautonomie beim Krawall an ihre Grenzen stößt. Immerhin darf nichts vereinbart werden, was der aktuellen Rechtslage widerspricht. Denn insbesondere die Ruhestörung kann oft auch fernab des Hauses wahrgenommen werden, in dem sie ausgelöst wurde.

Die Rechtslage ist nicht eindeutig

Kompliziert wird das Vorhaben für den Vermieter, da er meist einen relativ beschwerlichen Weg vor sich hat, um die Ruhezeiten für eine Immobilie zu erfragen. Grundsätzlich gilt, dass der erste Blick dem Bundesimmissionsschutzgesetz gewidmet werden sollte. Hier ist klar geregelt, wie der Begriff des Lärms definiert wird – und wann eine Lärmbelästigung anzunehmen ist. Zwar kann davon ausgegangen werden, dass tagsüber das Auftreten von Geräuschen akzeptiert werden muss. Wo Menschen leben und arbeiten, geht es eben nicht stille zu. Insbesondere die Abend- und die Morgenstunden werfen aber Fragen auf. Gleiches gilt für die Mittagsruhe.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung Gesetz Justizia

Konkretisiert werden die bundeseinheitlichen Vorgaben in den Gesetzen, Normen und Regelungen des Bundeslandes, der Kommune, der Stadt – und nicht selten auch einzelner Straßenzüge. Ausschlaggebend dafür ist der Gedanke, dass sich Immobilien in unterschiedlichen Gebieten befinden können, für die es von der Norm abweichende Vorschriften gibt. Daraus entsteht zuweilen die kuriose Situation, dass für zwei Nachbarn zwei ungleiche Maßstäbe über die Ruhezeiten vorliegen. Zu bedenken ist darüber hinaus auch die Differenzierung zwischen Wohnhäusern und Touristenherbergen. Möchte der Vermieter in diesem Punkt also für klare Verhältnisse sorgen, hilft in der Regel nur ein Gespräch mit der Bauverwaltung der Stadt weiter.

Wohnanlage oder Feriensiedlung?

Welche Ruhezeiten vorgegeben werden, hängt also von unterschiedlichen Rahmenbedingungen ab. Eine davon liegt in der Frage, ob es sich bei dem betreffenden Gebiet um eine reine Wohnanlage handelt. Hier gilt, dass zwar die Mittagsruhe großzügig ausgelegt wird – wer einmal den Rasen mähen oder andere laute Arbeiten verrichten muss, kann das meist ungestört tun, sofern darin keine Regelmäßigkeit zu erkennen ist.

Demgegenüber wird in den bewohnten Siedlungen eine etwas strengere Nachtruhe durchgesetzt – wer früh aus den Federn muss, will in seinem Schlaf schließlich nicht gestört werden. Das Prinzip des friedlichen Zusammenlebens unter Nachbarn nimmt dabei eine besondere Bedeutung ein.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung Wohnanlage Wohnsiedlung oder Ferienanlage Feriensiedlung

Etwas anders sieht die Rechtslage in solchen Arealen aus, die vorwiegend für Urlauber gedacht sind. Denn hier darf davon ausgegangen werden, dass viele Menschen nach den harten Monaten der Arbeit auch einmal etwas zügelloser leben möchten – und dabei nicht penibel auf die Uhr schauen wollen. Sofern das nicht allzu weit übertrieben wird, kann dort das Radio ein wenig lauter aufgedreht werden.

Kinder brauchen beim Spielen und Herumtoben nicht schüchtern sein, auch der Hund darf bellen. Der Vermieter sollte beim Festlegen der Ruhezeiten beachten, ob es sich bei der Immobilie um eine Ferienwohnung in ruhiger Gegend oder um ein Monteurzimmer in einer Wohnsiedlung handelt.

Kinder und Ruhezeiten

Ein weiteres Problem kann in der praktischen Umsetzung der Ruhezeiten immer dann drohen, wenn Kinder in der Hausordnung explizit angesprochen werden. Nach überwiegender juristischer Ansicht dürfte darin bereits ein Rechtsbruch des Vermieters liegen. Denn Kinder sind für ihr Verhalten noch nicht in dem Maße verantwortlich, das Erwachsene gegen sich gelten lassen müssen.

Erfahrungsgemäß haben viele Gerichte in den letzten Jahren auch zunehmend die Rechte von Familien in solchen Fällen gestärkt: Vermieter und andere Mieter haben den Lärm spielender Kinder weitgehend zu dulden. Ausgenommen davon sind natürlich Härtefälle wie etwa das lange und laute Herumschreien.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung Kinder und Ruhezeiten

Ratsam ist es beim Verfassen der Hausordnung zudem, dass Kinder im Punkt der Ruhestörung nicht erwähnt werden. Vielmehr wird an die Eltern appelliert, eine allzu starke Geräuschentwicklung derselben zu vermeiden. Denn letztlich sind es nicht der Sohn und die Tochter, die für ihren Krawall haften. Das rechtliche Risiko tragen Mama und Papa, die dem Nachwuchs vielleicht etwas zu viel durchgehen ließen. Noch kritischer gestaltet sich die Gesetzeslage mit Blick auf Babys. Diesen darf nämlich keinerlei Lärm vorgeworfen oder verboten werden. Das Schreien des Neugeborenen ist zu erdulden – und das sogar zu den Nachtzeiten.

Die Vorgaben als groben Rahmen betrachten

Hat der Vermieter seine Hausordnung um den Punkt der Ruhezeiten erweitert, so stellt sich bereits die Frage der praktischen Durchsetzung. Wie lässt sich also erreichen, was schriftlich dargelegt ist? Viele Gastgeber wissen nicht, welche rechtlichen Möglichkeiten sie besitzen, um das Auftreten von lauten Geräuschen in der Nacht oder während der Mittagsruhe zu unterbinden.

Ratsam ist es bei derartigen Situationen allerdings, selbst die Ruhe zu wahren – und den Kontakt zu dem Mieter zu suchen, der den Lärm auslöst. Meist kann schon ein klärendes Gespräch dafür sorgen, dass die Lautstärke des Radios oder einer hitzigen Diskussion minimiert wird.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung gober Rahmen betrachten

Wie aber geht es weiter, wenn partout keine Stille eintreten möchte? Juristen sehen derartige Streitfälle als kompliziert an. Denn oftmals lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig feststellen, welcher Lärmpegel aufgetreten ist und wie sich andere Bewohner davon subjektiv eingeschränkt fühlten. Daher ist es fast aussichtslos, bei solchen Angelegenheiten sofort mit der Härte des Gesetzes zu drohen – denn die rechtlichen Vorgaben kennen einen erheblichen Handlungsspielraum, der je nach Situation enger oder weiter ausgelegt werden kann. Kommt es tatsächlich zu keiner Einigung, sollte dennoch die Polizei gerufen werden, um zumindest eine schnelle Beendigung des Krawalls herbeizuführen.

Wiederholte Vertragsbrüche sanktionieren

Insgesamt lässt sich aber nicht leugnen, dass der Vermieter nun einmal am längeren Hebel sitzt. Er darf darüber befinden, welche Lautstärke in seiner Ferienwohnung oder in dem Monteurzimmer geduldet wird. Zudem kann er im Zweifelsfalle auf den Vertrag zeigen, den neben ihm auch der Mieter unterschrieben hat.

Eine einmalige Lärmstörung wird zwar kaum einmal zu rechtlichen Konsequenzen führen. Insbesondere dann nicht, wenn dem Gast nicht mehr als dieser eine Verstoß gegen die Gebräuche des friedlichen Zusammenlebens vorgeworfen werden kann. Ein wenig Fingerspitzengefühl beim Abwägen aller Optionen sollte daher vorliegen – ebenso darf Gleiches vom lärmenden Mieter verlangt werden, der sich einsichtig zeigen sollte.

Ruhezeiten im Monteurzimmer Ferienwohnung Vertragsbruch

Kommt es aber zu keiner Besserung und treten die Ruhestörungen oft sowie in einem nicht mehr hinnehmbaren Maße auf, so wird dieser Umstand als vertragsbrüchiges Verhalten angesehen. Der bestehende Kontrakt kann daher gekündigt werden – und das bei entsprechenden Härtefällen sogar fristlos.

Zivilrechtlich ist auch zu bedenken, dass die Unruhe für Einnahmeausfälle beim Vermieter gesorgt haben könnte. Etwa dadurch, dass sich andere Gäste belästigt fühlen und das Haus vorzeitig verlassen. Eine Haftung des störenden Mieters ist hier folglich möglich. Dennoch sei abschließend erneut an die Vernunft aller Beteiligten appelliert: Wer hier und da ein Auge zudrückt, kann meist auch mit der Einsicht seines Gegenübers rechnen.

Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

4,7 Sterne Bewertung

feedback feedback