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Wie storniere ich eine Buchung als Mieter -
Ein Monteurzimmer oder eine Ferienwohnung zu stornieren kann finanzielle Nachteile bringen

Personen, die als Handwerker fernab ihres Betriebes Aufträge annehmen, sind oft gezwungen, die Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort in Anspruch zu nehmen. Diese sogenannten Monteurzimmer werden für die Dauer des Auftrages angemietet. Dabei gelten die gesetzlichen Bestimmungen des befristeten Mietvertrages, wenn der Handwerker lediglich die möblierten Räume bucht. Anders verhält es sich beim Beherbergungsvertrag. Da die Anbieter in diesem Fall meist Gewerbebetriebe sind, bucht der Monteur sein möbliertes Zimmer mit im Preis inbegriffenen Services (Frühstück, Endreinigung und mitunter sogar Halb- und Vollpension).

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Wie storniere ich eine Buchung als Mieter Ein Monteurzimmer oder eine Ferienwohnung zu stornieren kann finanzielle Nachteile bringen

Für die Zeit-Miete und den Beherbergungsvertrag gelten unterschiedliche Regelungen. Monteurwohnungen, die als befristete Mietverhältnisse gebucht werden, können gekündigt werden. Bietet man sie jedoch gewerblich an, ist dies nicht möglich. Dann ist bereits eine mündlich aufgegebene Buchung rechtsgültig. Wird sie vom Vermieter schriftlich bestätigt, gilt dies als verbindlicher Beherbergungsvertrag.

Maßgebend für die bei einem Nichtantritt der Reise zu bezahlenden Kosten sind in diesem Fall die AGB des Anbieters, die individuell gestaltet sind: Manche enthalten ein Rücktrittsrecht und eine diesbezügliche Frist, andere wiederum nicht. Wieder andere beinhalten ein Rücktrittsrecht mit auf jeden Fall zu entrichtenden Stornogebühren, die pauschal berechnet werden. Buchungen, die noch über das normale Angebot für Monteure und Feriengäste hinausgehende Leistungen enthalten, werden entsprechend dem Reisevertrag behandelt.

Buchung und Stornierung von Monteurzimmern

Handwerker, die eine Monteurwohnung buchen, oder Urlauber, die eine Ferienwohnung nutzen möchten, schließen stets einen verbindlichen Vertrag ab. Das ist entweder ein Mietvertrag oder ein Beherbergungsvertrag. Ist der Vertrag durch Antrag und Annahme zustande gekommen, gilt die Buchung als für beide Seiten verbindlich. Welche Form dieser Vertrag hat, hängt von der Art des Vertrages ab.

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Erfolgt die Buchung mündlich, also per Telefon oder persönlich vor Ort, wird sie vom Vermieter noch schriftlich bestätigt. Der befristete Mietvertrag wird schriftlich abgeschlossen und unterschrieben per Post an den Vermieter zurückgeschickt. Auch eine Buchung per E-Mail gilt als rechtskräftiger Vertrag, wenn sie vom Vermieter mit einer Zusage beantwortet wird. Die Stornierung der Buchung erfolgt meist per Telefon und wird vom Vermieter schriftlich bestätigt.

Bei der Stornierung spielen die Gründe keine Rolle

Die üblicherweise bei der Buchungsstornierung genannten Gründe schwere Krankheit, Unfall, extreme Wetterlagen wie Starkregen und familiäre Notfälle werden vom Vermieter zur Kenntnis genommen, bewirken jedoch keine Rücknahme der Buchung. Einzig bei Fällen von höherer Gewalt lassen manche Vermieter von Monteurzimmern und Ferienwohnungen mit sich reden: Fällt kurz vor der geplanten Abreise ein Baum durch einen Orkan auf das Auto des Monteurs, kann er nicht zur vereinbarten Zeit am Zielort sein.

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Da derartige Vorfälle nicht vorhersagbar und zu verhindern sind, kommen manche Vermieter den Geschädigten in Bezug auf die dennoch zu zahlende Miete entgegen. Auch eine versehentliche Überbuchung ist ein gerechtfertigter Stornierungsgrund. Wurde das gemietete Zimmer noch an eine zweite Person vermietet, hat der Monteur das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. Da er jedoch aus beruflichen Gründen auswärts übernachten muss, nimmt er meist das vom Vermieter ersatzweise bereitgestellte Zimmer.

Vertrag bestimmt die Stornokosten

Bei einem meist von privat angebotenen befristeten Mietvertrag (§ 549 Abs. 2 BGB) werden die möblierten Räume ohne Zusatzservice zur Verfügung gestellt. Er erfordert die Schriftform und muss von beiden Vertragsparteien unterzeichnet werden. Der Zeitmietvertrag kann einseitig fristgerecht gekündigt werden. Fristlose Kündigungen des Monteurzimmers sind nur bei schwerwiegenden Gründen und nach vorheriger Abmahnung möglich. Außerdem können beide Vertragsparteien einen Aufhebungsvertrag abschließen. In dem Zeit-Mietvertrag sind das Datum des Ein- und Auszugs und der Mietpreis enthalten.

Das Mietverhältnis endet mit Auszug, fristgerechter Kündigung oder Aufhebungsvertrag. Mietverträge für Monteurwohnungen und Gästezimmer können eine Rücktrittsfrist enthalten. Ist das nicht der Fall, kann der Handwerker nicht vom Vertrag zurücktreten, sondern muss ihn vor dem Beginn des Miet-Zeitraums fristgerecht kündigen, falls er das Zimmer doch nicht in Anspruch nehmen kann. Lässt sich dieses dann nicht mehr oder nur zeitweilig an andere Personen vermieten, hat der Vermieter das Recht, die entgangene Miete vollständig oder anteilig einzufordern.

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Der Beherbergungsvertrag (Gastaufnahmevertrag) umfasst noch zusätzliche Dienstleistungen wie Frühstücksservice und Endreinigung. Er gilt als gewerbliche Vermietung (§ 535 BGB). Er kann nicht gekündigt werden, sondern endet automatisch mit der Rückgabe der gebuchten Unterkunft. Die schriftliche Bestätigung der mündlichen Buchung durch den Vermieter-Gastwirt gilt als rechtswirksam zustande gekommener Beherbergungsvertrag.

Das ist auch dann der Fall, wenn die Einzelheiten des Vertrages noch nicht geklärt sind. Seriöse gewerbliche Vermieter fügen ihrem Angebot daher auch immer ihre AGB bei und lassen sich vom Buchenden bestätigen, dass er diese Angaben gelesen hat. Außerdem gilt die Buchung als verbindlich, wenn der Handwerker kurzfristig vor Ort erscheint und das Zimmer sofort bezieht. Sagt der Monteur ab, hat der Vermieter das Recht, die ihm entgangene Miete abzüglich der durch das Nichterscheinen des Monteurs eingesparten Kosten in Rechnung zu stellen. Dazu gehören beispielsweise Verpflegung, Gebühren für Internet-, Telefon- und TV-Nutzung, Personalkosten, Reinigungskosten, Strom und Wasser.

Mit welchen Kosten muss man nach der Stornierung rechnen?

Erfolgt die Buchung auf der Basis eines Beherbergungsvertrages, hält der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) folgende Abzüge für angemessen:

  • für Ferienwohnungen ohne weitere Services: 5 bis 10 %
  • für Monteurzimmer/Ferienwohnungen mit Frühstücksservice: 10 bis 20 %
  • für Monteurzimmer/Ferienwohnungen mit Halbpension: 30 %
  • für Monteurzimmer/Ferienwohnungen mit Vollpension: 40 %

Der Stornierende hat den restlichen Mietpreis zu zahlen, egal aus welchem Grund er die Buchung storniert. Vermieter, die sich nicht an diese unverbindliche Empfehlung halten möchten, können dem Monteur auch eine individuell gekürzte Miete in Rechnung stellen. Enthalten die AGB jedoch ein Rücktrittsrecht und eine Rücktrittsfrist ohne weitere Bedingungen, storniert der Mieter während der Rücktrittsfrist und kann der Vermieter die Räumlichkeiten während des gesamten Zeitraums anderweitig vermieten, verzichtet er auf die Erstattung des Mietpreises. Denn schließlich ist ihm ja kein Schaden entstanden.

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Die meisten Verträge beinhalten jedoch eine Rücktrittsfrist mit pauschaler Stornogebühr. Übrigens: Die meisten Monteure buchen ihre Unterkunft auf der Basis des Beherbergungsvertrages und kommen dadurch in den Genuss von hotelähnlichen Dienstleistungen. Da sich der Berufsreisende oder Feriengast vorab nicht sicher sein kann, ob er den reservierten Termin einhalten kann, empfehlen Experten den Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung. Diese bezahlt in vielen Fällen die durch die Stornierung angefallenen Kosten.

In den letzten Jahren sind viele Anbieter von Monteurzimmern dazu übergegangen, ihr Service-Angebot für die gestressten Berufstätigen zu erweitern. So können diese dann eine Verpflegung im Hotel, geführte Besichtigungstouren zur Entspannung und einen Ticket- und Shuttle-Service in Anspruch nehmen. Obwohl in diesen Fällen mehrere Arten von Verträgen betroffen sind, tendiert die Rechtsprechung dazu, dem Reisevertrag Vorrang einzuräumen.

Dieser nach § 651 i BGB geregelte Vertrag darf von dem Reisenden jederzeit storniert werden. Für die Berechnung des Schadensersatzes ist jedoch der Zeitpunkt der Absage wichtig. Auf den ausgefallenen Mieter kommen dabei Kosten zwischen vier und 50 Prozent des Mietpreises zu. Die einzige Möglichkeit, sich nicht schadensersatzpflichtig zu machen, besteht darin, verbindlich telefonisch oder noch besser per E-Mail abzusagen, bevor der unterschriebene Vertrag per Brief beim Anbieter des Monteurzimmers eintrifft. Denn dieses Dokument gilt als verbindliche Buchung der Unterkunft.



Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

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