Work Safe 2016 Deutschland Monteurzimmer
Artikel drucken / herunterladen

Das Hausrecht des Vermieters bei Ferienwohnungen und Monteurzimmern

Wer etwas erwirbt, der möchte darüber auch verfügen können. Ein solches Recht steht ihm grundsätzlich jederzeit zu. Ausnahmen davon gelten allerdings im Mietrecht.

So ist es dem Eigentümer einer Wohnung beispielsweise nicht ohne Weiteres erlaubt, die vermieteten Zimmer zu betreten. Sein Besuch kann im Rahmen des Hausrechts verwehrt werden. Er übt somit das Eigentums-, keinesfalls aber das Besitzrecht an der Immobilie aus.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung

Vielmehr kann der Bewohner darüber entscheiden, welche Gäste er empfangen oder wann er Musik hören möchte. Ihm kommt nun das Hausrecht zu, das ihn bei Einhalten der geltenden Gesetze und der Hausordnung gegenüber dem Eigentümer der Immobilie privilegiert.

Allgemeines zum Hausrecht

Wer entscheidet eigentlich über das Wohl einer Immobilie: Die Person, die sie bewohnt – oder die Person, in deren Eigentum sie steht?

Über das sogenannte Hausrecht wurde mit Blick auf Mietwohnungen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gerungen, argumentiert und die rechtliche Grundlage hinterfragt. Auch für Monteurzimmer, die Unterkunft für Urlauber oder die Herberge für Geschäftsreisende wurden dabei notwendige Regelungen ergründet.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Gesetze Allgemeines

Einfache Fragen lassen sich noch recht simpel beantworten. So steht dem Vermieter keinerlei Recht zu, die vermietete Wohnung zu betreten. Irrelevant ist es in solchen Situationen, ob der Gast gerade an- oder abwesend ist. Liegt dieser gemütlich am Strand, darf die Immobilie also nicht ohne seine Zustimmung gereinigt werden.

Ebenso ist der Gastgeber nicht befugt, das Zimmer einem anderen Interessierten zu zeigen, während dieses noch vermietet ist. Eine Besichtigung oder sogar Begehung verbietet sich also, wenn ein aktuell gültiger Mietvertrag vorliegt.

Juristisch gesehen umfasst ein solcher Kontrakt übrigens die Anmietung von Wohnraum zum vorübergehenden Gebrauch. Heißt konkret, dass das Mietverhältnis schon dem Grunde nach nicht auf eine längere Dauer angelegt ist, sondern im Regelfall für wenige Wochen abgeschlossen wird.

Es drängt sich daher die Aussage auf, dem Mieter alleine stünde das Hausrecht zu. Das mag an sich stimmen. Doch sind hierbei einige Besonderheiten zu bedenken.

Der unmittelbare Besitzer

Juristisch wurde die Frage nach der Hoheit über den Wohnraum grundlegend geklärt: Das Hausrecht kommt jener Person zu, die den unmittelbaren Besitz über die Immobilie erlangt. Dafür müssten zwei Voraussetzungen erfüllt sein.

Einerseits ist es notwendig, dass der Mieter die Zimmer auch tatsächlich bewohnt. Das wird bei Monteuren und Touristen regelmäßig der Fall sein. Eine andere Ausgangslage ergäbe sich nur, wenn diese ihre Räumlichkeiten für einigen Tage oder sogar Wochen verlassen würden und selbst nicht in der Lage wären, ihr Hausrecht auszuüben.

Andererseits muss das Bewohnen der Immobilie juristisch abgesichert sein. Hierzu wird ein Mietvertrag zwischen dem Gast und seinem Gastgeber auf eine bestimmte Zeit abgeschlossen. Liegt ein solcher vor, geht das Hausrecht vom Vermieter auf den Mieter über.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Streit Mietvertrag

Konkret wird für den unmittelbaren Besitz also die sogenannte Sachherrschaft einer Person über die Wohnung verlangt. Wer diese besitzt, darf das Hausrecht an der Wohnung ausüben. Damit ist etwa das Recht verbunden, Fremde in die Immobilie zu lassen oder solchen den Zutritt zu verwehren.

Nicht erlaubt wäre es dagegen, die Dauer des Mietvertrages eigenständig zu verlängern, Änderungen an der Hausordnung vorzunehmen, die Wohnung renovieren zu lassen oder neues Mobiliar für diese auf Kosten des Eigentümers zu erwerben.

Hausrecht und Hausordnung

Dem Mieter steht somit weitgehend frei, welche Personen er in die Wohnung lässt oder wie er selbst sich dort verhält. Allerdings würde es diversen rechtlichen Grundregeln widersprechen, müsste er dabei nicht das Recht des Eigentümers der Immobilie beachten.

Der Besitzer der Wohnung ist jederzeit in der Lage, die Hausordnung für das zu bewohnende Objekt zu gestalten – und zu verändern. Er ist es, der die Spielregeln für die Räumlichkeiten vorgibt. So kann er nach eigenen Wünschen und im Einklang mit den gesetzlichen Grundlagen bestimmen und verbieten, was ihm in den Sinn kommt.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Regeln Hausordnung

Die Hausordnung selbst wird durch den Mieter im Rahmen der Anbahnung des Vertragsverhältnisses – spätestens jedoch beim Unterschreiben des Kontraktes – anerkannt. Das Mietverhältnis unterliegt der Vertragsautonomie, kann also durch beide Seiten beeinflusst werden.

Regelmäßig erfolgt dabei das Vorlegen der Hausordnung durch den Gastgeber. Der Gast akzeptiert das Dokument und seine Regelungen vollumfänglich durch das Unterzeichnen des Mietvertrages. Ob er die Ordnung tatsächlich gelesen und verstanden hat, ist rechtlich unbedeutend.

Es wäre also falsch zu behaupten, der Mieter könne sich im Zuge des ihm zukommenden Hausrechtes in der durch ihn gemieteten Ferienwohnung nach eigenen Wünschen gänzlich frei bewegen. Vielmehr hat er bei allen Handlungen die Hausordnung als gültige Grundregel zu beachten.

Das Hausrecht richtig ausüben

Für die Bewohner einer Ferienwohnung oder eines Monteurzimmers stellt sich oft die Frage, was genau sie nun eigentlich tun dürfen – und welche Verhaltensweisen besser unterbleiben.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Hausrecht richtig ausüben

Den ersten Anhaltspunkt zur Klärung bietet der Blick in die Hausordnung. Hier sollte genau normiert sein, welche Ruhezeiten in der Nacht zur Anwendung kommen, in welcher Lautstärke tagsüber Musik gehört werden darf oder ob Haustiere in die Wohnung mitgenommen werden dürfen.

Erst innerhalb dieser Vorgaben darf der Mieter sein Hausrecht frei ausüben. Er ist sehr wohl befugt, Gäste einzuladen, im zum Gebäude gehörenden Hof einen Grillabend zu veranstalten oder die Musik auf gewünschter Lautstärke zu hören.

Ebenso kann ihm nicht das Privileg abgesprochen werden, andere Personen von genau jenem Verhalten auszuschließen. Kommt es auf dem Grillfest zu Streitigkeiten, darf der laut und aggressiv auftretende Freund des Hofes verwiesen werden. Beachtet der Gast die Nachtruhe nicht, ist ihm das Bedienen der Musikanlage zu verweigern.

Dem Vermieter kommt bei solchen Grundfragen zunächst kein Mitspracherecht zu. Er hat die einschlägigen Grundregeln bereits in der Hausordnung festgelegt, muss also ein Verhalten innerhalb dieser Grenzen dulden. So darf er dem – vielleicht aus seiner Sicht ungebetenen – Gast nicht den Zutritt zur vermieteten Wohnung untersagen.

Ausnahmen im Notfall

Allerdings muss gerade bei Ferienwohnungen und Monteurzimmern immer auch an Notlagen gedacht werden. Vielleicht ist der Gast gerade auf der Arbeit oder er genießt seine Freizeit. Kommt es in der Immobilie zu einem Brand oder tritt Wasser unkontrolliert aus dem Hahn, kann mit Verweis auf das Hausrecht eine Begehung der Räumlichkeiten nicht mehr untersagt werden.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Notfall

Der Zweck heiligt in diesem Falle die Mittel. Das an sich nicht zulässige Begehen der vermieteten Zimmer wird durch das Ziel legitimiert, einen Schaden von der Wohnung, seiner Ausstattung oder den dort lebenden Personen und Tieren abzuwenden.

Entscheidend dabei ist es, dass die Notsituation nicht bereits ihre schädigende Wirkung entfalten muss. Auch das Vorliegen einer Gefährdungslage genügt bereits, um das Betreten der Immobilie durch den Inhaber derselben ebenso wie durch die Feuerwehr, die Polizei oder die Rettungssanitäter zu erlauben.

Das Hausrecht des Mieters verliert an dieser Stelle also seine Wirkung. Das Ausschließen fremder Personen wäre nun nicht mehr möglich. Der scheinbar unbefugte Gast würde seine Zutrittsgenehmigung ja gerade durch die Befugnis erhalten, Schäden von Lebewesen und Sachwerten abzuhalten.

Der Mieter muss in solchen Fällen dulden, dass sich Dritte in den von ihm bewohnten Räumlichkeiten aufhalten und dort gegebenenfalls die persönliche Habe beeinträchtigen.

Von Haupt- und Untermietern

Das zuvor Gesagte lässt sich juristisch noch ein wenig weitertreiben. Nicht selten kommt es vor, dass der Urlauber – oder ein Monteur – nicht die gesamte Immobilie benutzt und daher zeitweilig einen Freund darin einquartiert.

Auch das ist mit Blick sowohl auf die Hausordnung als auch auf das Hausrecht möglich. Jedenfalls dann, wenn eine solche Untervermietung zusätzlich mit dem Eigentümer der Räumlichkeiten abgesprochen wurde und er diese Nutzung des Wohnraumes ausdrücklich erlaubt.

Hausrecht Vermieter Monteurzimmer Ferienwohnung Hauptmieter Untermieter

Nunmehr wäre es der Hauptmieter, der das Zimmer des Untermieters nicht mehr ohne Weiteres betreten darf. Das Hausrecht nimmt damit stets nur jene Person in Anspruch, die eine Immobilie oder einen Teil von ihr juristisch zulässig gemietet hat und nunmehr bewohnt.

Es entsteht damit die etwas kuriose, rechtlich aber nicht zu beanstandende Situation, dass der Hauptmieter Teile der von ihm bezogenen Wohnung nicht betreten darf, wenn er dort über Nacht oder für einige Tage einen Freund als Untermieter einquartiert hat.

Verhält sich der Untermieter nun rechtswidrig, indem er den Geboten der Hausordnung oder dem geltenden Recht nicht folgt, so darf der Hauptmieter dessen Zimmer nicht einmal zum Zwecke der Beweissicherung betreten.

Ausnahmen würden auch hier nur im Notfall zur Abwendung einer Gefahr gelten.



Bewertungen für Deutschland-Monteurzimmer.de
eKomi-Bewertung: Ø 4.7 von 5 Sternen aus 140 Stimme(n)
zuletzt aktualisiert: 25.07.2018

4,7 Sterne Bewertung

feedback feedback